DAX vor Herausforderungen: Abwartende Stimmung und wirtschaftliche Impulse erwartet

Der DAX sieht sich in einem Umfeld voller Unsicherheiten, das es dem deutschen Leitindex schwer macht, die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten nachhaltig zu überschreiten. In der kommenden Woche könnten wirtschaftliche Impulse aus den USA und Europa entscheidend werden, die jedoch erst am Freitag erwartet werden. Der Wochenauftakt dürfte hingegen ruhig bleiben, da die US-Börsen am Montag aufgrund des Presidents' Day geschlossen sind.
Nachdem der DAX bis Mitte Januar trotz geopolitischer Risiken Höhenflüge hinlegte, sind Anleger nun vorsichtiger. Der Aufschwung im Bereich der Künstlichen Intelligenz zeigt auch Verlierer, und es gibt Befürchtungen, dass die Fed die Leitzinsen nicht schnell genug senken könnte, was Aktien im Vergleich zu Anleihen weniger attraktiv machen würde. Die Investoren versuchen daher, sich ein klareres Bild der wirtschaftlichen Lage in beiden Wirtschaftsräumen zu schaffen.
Am Freitag Nachmittag wird die erste Schätzung des US-BIP-Wachstums des vierten Quartals 2025 erwartet. Analysten gehen derzeit davon aus, dass der längste Regierungsstillstand in den USA die Wirtschaft weniger beeinflusste als befürchtet. Zudem kommen am Freitagvormittag die europäischen und deutschen Einkaufsmanagerindizes, die als Frühindikatoren hoch angesehen sind. Experten erwarten, dass ein moderater Anstieg dieser Indizes den Aktienmarkt beruhigen könnte, während extreme Ergebnisse entweder Rezessionsängste oder Verzögerungen in der Zinspolitik auslösen könnten.
Trotz weiterbestehender internationaler Risiken wie der Politik von US-Präsident Donald Trump oder der Spannungen in Nahost, signalisiert das deutsche Konjunkturpaket der Bundesregierung Aufwind. Der Anlagestratege Sebastian Raedler von der Bank of America sieht Chancen in Deutschland, was sich in steigenden Auftragseingängen der Industrie zeigt. Raedler empfiehlt, deutsche im Vergleich zu europäischen Aktien überzugewichten, da hier auf absehbare Zeit mehr Potenzial erwartet wird.
Zum Ende der Berichtssaison melden sich zudem noch einige Nachzügler der Unternehmen. Am Donnerstag werden unter anderem Airbus, Krones und Knorr-Bremse ihre Jahreszahlen präsentieren.

