DAX unter Druck: KI-Bedenken bremsen Investorenlaune

Der deutsche Aktienmarkt steht vor dem Wochenende im Bann wachsender Skepsis gegenüber hochfliegenden KI-Investitionen. Der DAX musste einen kleinen Rückgang von 0,11 Prozent hinnehmen und landete bei 24.463 Punkten. Damit sind die seit Jahresanfang erzielten Gewinne mittlerweile vollständig geschmolzen.
Auch der MDax büßte deutlich ein und fiel um 0,59 Prozent auf 31.249 Punkte. Ein ähnliches Bild zeigt sich beim EuroStoxx 50, der ebenfalls leicht ins Minus rutschte. Ein wesentlicher Auslöser dieser Zurückhaltung unter den Anlegern ist der Kurssturz von Amazon im nachbörslichen Handel. Der US-Konzern plant, in diesem Jahr rund 200 Milliarden US-Dollar in zukunftsträchtige Bereiche wie KI, Chips, Robotik und Satelliten zu investieren, was bereits mehr als die erheblichen Ausgaben des Tech-Riesen Alphabet übersteigt.
Analysten von Goldman Sachs befürchten, dass die enormen Investitionen ohne greifbaren Umsatzerfolg von Shareholdern kritisch beäugt werden. Stephen Innes von SPI Asset Management beschreibt die aktuelle Stimmung am Markt als Umkehrung des Optimismus, der 2021 die Anleger elektrisierte.
Positiv heben sich die Aktien von Bayer ab, die um 1,4 Prozent zulegten. Grund dafür sind ermutigende Studienergebnisse zu ihrem Medikamentenkandidaten Asundexian, welches Hoffnungen auf hohe Umsätze in der Sparte der Blutgerinnungshemmer weckt. Ein Händler bescheinigte dem Ergebnis großes Potenzial.
Dagegen schaut es für den IT- und Software-Sektor düster aus. Bechtle-Aktien sackten nach enttäuschenden Quartalszahlen um mehr als 7 Prozent ab und zogen Cancom, Nemetschek und SAP mit nach unten. Auch im Autosektor herrscht Katerstimmung: Fiat- und Chrysler-Mutterkonzern Stellantis berichtet rote Zahlen und streicht die Dividende, was auch auf Volkswagen, BMW und Mercedes abfärbte, die um bis zu 2 Prozent nachgaben.
Eine überraschende Aufwertung gab es für den Rüstungskonzern Renk. Dank einer Hochstufung auf 'Outperform' durch Exane BNP konnten die Papiere einen Gewinn von 8 Prozent verbuchen.

