Dax unter Druck: Handelskonflikte erschüttern die Märkte
Der deutsche Aktienmarkt steht wieder einmal unter dem massiven Einfluss internationaler Handelskonflikte. Der Dax, das Aushängeschild des deutschen Börsenhandels, erlitt zur Wochenmitte einen herben Rückschlag von 2,95 Prozent und schloss bei 19.681,96 Punkten. Nach den vorherigen Gewinnen setzt sich die Talfahrt fort - ein Verpassen der 200-Tage-Durchschnittslinie ist ein weiteres beunruhigendes Signal für die Marktteilnehmer. Auch der MDax befindet sich im Abwärtsstrudel und gab um 2,77 Prozent auf 24.861,65 Punkte nach.
Der EuroStoxx 50, der den Aktienhandel in der Eurozone repräsentiert, verlor 2,8 Prozent. Trotz der jüngsten Kurserholungen verzeichneten die asiatischen Märkte ähnliche Verluste, und in den USA deutet sich ein vergleichbares Bild an. Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets beschreibt die Situation treffend: Eine Bodenbildung scheint in weiter Ferne. Es besteht die akute Gefahr, dass der Dax auf unter 18.800 Punkte sinken könnte. Eine entscheidende Unterstützung sei die Marke von 19.300 Punkten, so Stanzl - sollte diese unterschritten werden, drohe ein Absturz bis auf 17.550 Zähler.
Parallel dazu warnt Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar von RoboMarkets vor einem Eintauchen in neue Tiefststände, was aus seiner Sicht nicht geschehen sollte. Die Unsicherheit durch die eingeführten US-Sonderzölle belastet den Markt weiter. Am Mittwochmorgen traten diese Zölle in Kraft, die pauschal Importe aus aller Welt betreffen, inklusive weiterer spezifischer Maßnahmen gegen China. Mit Spannung wird die mögliche Reaktion der EU in Form von Gegenmaßnahmen erwartet, die sich auf die jüngst eingeführten US-Zölle auf europäische Stahl- und Aluminiumprodukte beziehen.
Am Aktienmarkt fiel vor allem die Online-Apotheke Redcare durch einen bemerkenswerten Kursverlust von 15 Prozent auf. Befürchtungen über die angekündigte Ausgabe neuer Wandelanleihen trafen auf einen ohnehin negativen Markttrend. Die Unsicherheiten setzen dem Pharmasektor zu, nachdem Präsident Trump mögliche neue Zölle auch auf Pharmaprodukte angekündigt hat. Ähnlich unter Druck stehen Immobilienaktien, die nach anfänglichem Optimismus nun durch gestiegene Anleiherenditen belastet werden. Zugleich wächst die Skepsis gegenüber US-Staatsanleihen, die als vermeintlich sicherer Hafen an Vertrauen verlieren. Dies drückte Analyst Stephen Innes von SPI Asset Management in seiner Warnung vor der zunehmenden Risikobereitschaft der Märkte deutlich aus.

