DAX trotzt US-Rekorden: Euro zieht Exporteure in den Bann
Der deutsche Aktienindex DAX zeigte sich zum Wochenauftakt unentschlossen, trotz verheißungsvoller Rekorde an den US-Börsen, die dieses Mal ohne Wirkung auf den heimischen Markt blieben. Christine Romar, Europa-Chefin bei CMC Markets, identifizierte den starken Euro als zentrale Ursache. Der Höhenflug der Gemeinschaftswährung, die Richtung 1,20 US-Dollar steuert, erschwere das Geschäft der zahlreichen deutschen Exporteure im DAX. Infolgedessen hinkt der deutsche Leitindex aktuell dem Geschehen an der Wall Street hinterher.
Ein Auf und Ab kennzeichnete den Handelstag, als der DAX kurzfristig die Marke von 25.000 Punkten zurückeroberte, die er zuvor verloren hatte. Schlussendlich verbuchte der Index einen leichten Rückgang um 0,15 Prozent und landete bei 24.894,44 Punkten. Ein ähnliches Bild zeigte der MDax, der um 0,31 Prozent auf 31.727,85 Punkte fiel. Im Gegensatz dazu konnten europäische und US-amerikanische Indizes Gewinne erzielen: Der EuroStoxx 50 legte um 0,62 Prozent zu, während auch der SMI und FTSE 100 Zuwächse verzeichneten. Jenseits des Atlantiks kletterte der Nasdaq 100 auf den höchsten Stand seit November.
Der Euro erlebte am Abend einen deutlichen Anstieg auf 1,199 US-Dollar, was einen Höchststand seit Juni 2021 markierte. Hintergrund für den schwächelnden Dollar waren die geopolitischen Spannungen infolge von US-Präsident Trumps Eskalation im Streit um Grönland.
Im Fokus des Marktes stand die Anteilsübernahme von Anta bei Puma, was die Puma-Aktien zeitweise um 21 Prozent auf ein Mehrjahreshoch katapultierte. Zwar sank der Kurs im weiteren Verlauf, doch war Puma mit einem Plus von 9,0 Prozent weiterhin Spitzenreiter im MDax. Enttäuschung unter Investoren herrschte jedoch über Antas Verzicht auf eine vollständige Übernahme.
SAP musste im DAX einen Kursverlust hinnehmen, sank um 2,7 Prozent, während die Spannung vor dem anstehenden Quartals- und Jahresbericht stieg. Negativ wirkten schwache Geschäftszahlen der britischen Sage Group auf den Markt, ungeachtet lobender Worte von Jefferies. Auch SAP wurde an diesem Tag von Analysten kritisch betrachtet.
Im DAX setzte Gea den Schlusspunkt mit einem Minus von 3,4 Prozent, nachdem solide Zahlen kurz zuvor für ein Hoch gesorgt hatten. JPMorgan-Analyst Akash Gupta bezeichnete die jüngsten Ergebnisse als durchwachsen.
Indes setzte sich die Rally von Friedrich Vorwerk im SDax fort, als der Wert kurzzeitig die 100-Euro-Marke überstieg. Innerhalb einer Woche stieg der Kurs um fast 30 Prozent, doch konnten die Zugewinne zum Handelsschluss nicht vollständig gehalten werden.

