DAX schwächelt vor Fed-Entscheidung
Der deutsche Aktienmarkt zeigte sich am Mittwoch vor der mit Spannung erwarteten Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed rückläufig. Der Dax sank auf seinen tiefsten Stand seit einer Woche und schloss mit einem Minus von 0,29 Prozent bei 24.822,79 Punkten. Am Vortag hatte der Leitindex kurzzeitig die symbolisch bedeutende 25.000er-Marke überwunden, bevor er erneut nachgab. Auch der MDax, der mittlere Börsenwerte umfasst, verlor 0,28 Prozent und schloss bei 31.640,37 Punkten.
Marktbeobachter erwarten keine weitere Zinssenkung der Fed, da die Notwendigkeit angesichts der anhaltenden Inflationslage gering erscheint. Im Laufe des Vorjahres war der Leitzins insgesamt um 0,75 Prozentpunkte reduziert worden. Vielmehr sorgt der anstehende Führungswechsel bei der Fed für Spannungen, da US-Präsident Donald Trump weiterhin Druck auf Fed-Chef Jerome Powell ausübt. Die rechtlichen Auseinandersetzungen um Powell, dessen Amtszeit bald endet, tragen zur Verunsicherung der Märkte bei. Die erklärte Zinspause der Fed wird als Zeichen zur Wahrung ihrer Unabhängigkeit gesehen, so Bernd Weidensteiner, Volkswirt bei der Commerzbank.
Trotz der gesamtwirtschaftlichen Unsicherheiten fanden deutsche Hightech-Aktien dank positiver Impulse aus der Halbleiterindustrie Anklang. Der niederländische Konzern ASML, der von der Künstlichen-Intelligenz-Welle profitiert, verhalf den Aktien von Jenoptik zu einem kräftigen Anstieg um 9 Prozent. Auch der koreanische Chip-Hersteller SK Hynix meldete ein Rekordquartal, während Texas Instruments in den USA mit soliden Ausblicken überzeugen konnte. Dies führte zu einem Preisanstieg bei Infineon um 2,6 Prozent und bei Elmos Semiconductor um 4,0 Prozent.
Im Bankensektor geriet die Deutsche Bank durch eine Razzia und den Verdacht der Geldwäsche unter Druck. Dies führte zu einem Rückgang ihrer Aktien um 2 Prozent. Ebenso deutlich fielen die Papiere von Wacker Chemie um 4 Prozent, nachdem das Unternehmen enttäuschende Gewinnzahlen vermeldet hatte. Im Gegensatz dazu trieb eine optimistische Gewinnprognose des Kupferproduzenten Aurubis dessen Aktien auf ein Rekordhoch.
Der EuroStoxx 50 schloss ebenfalls schwächer mit einem Verlust von 1 Prozent. Der Schweizer SMI büßte 1,5 Prozent ein, während der britische FTSE 100 geringere Verluste verzeichnete. An den US-Börsen erreichte der S&P 500 neue Höhen und übersprang die 7.000-Punkte-Grenze, getrieben von einer starken Nachfrage nach Technologiewerten.

