Dax erholt sich leicht – US-Zölle und Inflationssorgen belasten die Märkte
Der Dax, Deutschlands führender Börsenindex, verzeichnete am Mittwoch eine vorübergehende Unterschreitung der 24.000-Punkte-Marke, konnte sich jedoch bis zum Mittag leicht erholen und stand bei 24.085 Punkten im Plus. Die Anleger zeigen weiterhin Zurückhaltung, beeinflusst durch die US-Zollstreitigkeiten und die wachsende Inflation in den USA. Diese Unsicherheiten lasteten bereits vier Handelstage in Folge auf dem Dax.
Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets betont, dass die inflationären Effekte der Zölle in den USA zunehmend Aufmerksamkeit erlangen und dies deutliche Auswirkungen auf die Aktienmärkte habe. Zwar bleibt der Ausgang der Handelsverhandlungen mit den USA ungewiss, doch die Ankündigung neuer US-Inflationsdaten bleibt ebenfalls eine Herausforderung.
Das Stimmungsbild wird zudem durch Schwächesignale aus der Chemie- und der Automobilbranche getrübt. Für zusätzlichen Aufschluss über die Inflationsrisiken könnten die anstehenden Erzeugerpreise für Juni sorgen. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verlor bis zur Wochenmitte 0,4 Prozent, und der EuroStoxx 50 sank ebenfalls um 0,4 Prozent.
Eine bedeutende Gewinnwarnung von Renault erschütterte den Automobilsektor: Renaults Aktien entwerteten sich an der Pariser Börse um 17 Prozent. In Deutschland büßten BMW und Mercedes-Benz je 1 Prozent und Volkswagen 2 Prozent ein. Auch Fuchs, der Schmierstoffhersteller, erlebte mit einem Kursrückgang von über 14 Prozent eine harte Landung.
Technologieaktien, insbesondere in der Halbleiterbranche, litten unter einem zurückhaltend interpretierten Ausblick von ASML, dessen Aktien in Amsterdam um 8,5 Prozent fielen. In Deutschland gaben die Aktien von Infineon, Aixtron und Suss Microtec nach. Die Titel von K+S, einem Hersteller von Düngemitteln und Salz, verzeichneten fast 4 Prozent Verlust. Die Baader Bank empfahl, diese aus den Portfolios zu streichen.

