Dax bleibt im Korrekturmodus: Anleger blicken nach Davos
Der Dax zeigt sich auch am Mittwoch im Korrekturmodus, da die Unsicherheit durch die jüngste Zolldrohung von US-Präsident Donald Trump an den Märkten lastet. Die Investoren beobachten mit Spannung Trumps Auftritt beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Am Vormittag verlor der Dax 0,4 Prozent und stand bei knapp über 24.594 Punkten – deutlich oberhalb seines bisherigen Wochentiefs. Der MDax, welcher die mittelgroßen Titel abbildet, zeigte hingegen eine leicht positive Entwicklung und stabilisierte sich zur Wochenmitte bei einem Plus von 0,4 Prozent auf 30.919 Punkte. Der EuroStoxx 50, der Leitindex der Eurozone, musste 0,3 Prozent einbüßen, wobei er bereits in den letzten Tagen von Rekordständen herabkorrigiert hat.
Zuletzt hatte Trump den Rückgang der Kurse mit Zolldrohungen gegen mehrere europäische Staaten im Kontext des Grönland-Konflikts ausgelöst. Vom Rekordstand bei 25.507 Punkten aus der Vorwoche rutschte der Dax zwischenzeitlich um 1.000 Punkte ab, was die erzielten Jahresgewinne fast völlig zunichte machte.
Henry Morrison-Jones, Anlageexperte bei der UBS, erklärt, dass die gewöhnlich zwischen vier und sechs Tagen dauernde Reaktion der Anleihemärkte auf solche politischen Ankündigungen bislang moderat blieb. Gerade ein Zinsanstieg könnte Trump von weiterer aggressiver Rhetorik abhalten. Besondere Verwundbarkeit sieht Morrison-Jones in den Branchen Automobil, Chemie und Bau. Erfreulicherweise erholten sich die Aktien von BMW, VW und Mercedes um über ein Prozent, nachdem der Automobilindex kürzlich auf den tiefsten Stand seit Oktober gesunken war.
Besondere Aufmerksamkeit zog der Diagnostikspezialist Qiagen auf sich. Die Papiere gewannen zeitweise bis zu 7 Prozent, angetrieben durch Übernahmespekulationen, wobei das Plus zum Handelsende auf 3 Prozent zurückging. Zeitgleich hatten Finanzwerte in Europa mit Problemen zu kämpfen. So befand sich die Deutsche Bank mit Verlusten von bis zu 2 Prozent am unteren Ende des Dax.
Bundesbankpräsident Joachim Nagel sieht in möglichen neuen US-Zollen potenzielle Einflüsse auf zukünftige Zinsentscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB). Er erklärte gegenüber CNBC, dass Unsicherheiten in den Zollverhandlungen Auswirkungen auf die Geldpolitik haben könnten.
Auf der Beliebtheitsskala weit oben stehen Aixtron, das von einer JPMorgan-Empfehlung profitiert. Der Analyst Craig McDowell spricht dem Chipausrüster einen bevorstehenden Aufschwung in allen Produktkategorien zu. Im Kontrast dazu setzt Redcare Pharmacy ihren Abwärtstrend fort und erreicht ein neues Tief seit 2023.

