Dax auf Rekordjagd: Börsen ausgelassen trotz geopolitischer Spannungen
Der deutsche Aktienindex Dax setzt zu Beginn der Woche seinen beeindruckenden Höhenflug fort und gewinnt trotz eines risikoreichen geopolitischen Umfelds an Boden. Er stieg um 0,23 Prozent auf 25.320 Punkte, während der MDax, der Index für mittelgroße Unternehmen, einen leicht optimistischen Anstieg um 0,14 Prozent auf 32.211 Punkte verzeichnete. Besonders die Lage im Iran und der politische Streit in den USA zwischen Präsident Donald Trump und Notenbank-Chef Jerome Powell stellen derzeit Herausforderungen dar, haben jedoch die positive Stimmung am Markt kaum gedrückt.
Die Aussicht auf ein umfangreiches Infrastrukturprogramm zur Ankurbelung der deutschen Wirtschaft im Jahr 2026 beflügelt die Hoffnungen der Anleger. Ferner bekräftigen Entwicklungen in den USA, darunter der jüngste Arbeitsmarktbericht, die Erwartung möglicher Zinssenkungen und stützen so auch das deutsche Börsensentiment.
In den Vereinigten Staaten verschärfen sich derweil die Spannungen zwischen Trump und Powell. Der Fed-Vorsitzende wehrte sich gegen strafrechtliche Ermittlungen und drohende Anklagen, die laut seinen Aussagen auf politische Einflussnahme abzielten. Im Iran halten unterdessen die Proteste gegen das Regime unvermindert an. Die EU zeigt sich bereit, weitere Sanktionen gegen das Land zu prüfen, während Trump den Druck auf die politische Führung dort verstärkt.
Thomas Altmann, ein erfahrener Portfoliomanager, sieht den Dax aus technischer Sicht als 'massiv überkauft' und erwartet, dass in der anstehenden Berichtssaison für das vierte Quartal 2025 sich zeigen müsse, ob die Kursgewinne der Unternehmen durch steigende Gewinne gedeckt seien. Bevor große US-Banken wie JPMorgan ihre Bilanzen präsentieren, bleibt es am heimischen Markt ruhig. Dennoch erlebte der Dax einige bemerkenswerte Bewegungen: FMC stiegen um 2,0 Prozent dank eines beschleunigten Aktienrückkaufprogramms, wobei Fresenius von diesem Anstieg profitierte.
Dennoch waren nicht alle Sektoren gefragt. Automobilwerte wie BMW und Volkswagen verzeichneten Rückgänge von über einem Prozent. Hingegen erfreuten sich Beiersdorf-Aktien eines Anstiegs von 1,6 Prozent nach positiven Analysteneinschätzungen. Diese erklärten, dass die Risiken im Konsumgüterbereich weitgehend eingepreist seien, wodurch sich Chancen für Investoren bei unterbewerteten Aktien bieten könnten.
Im MDax zeigte TKMS eine beeindruckende Performance, mit einem Anstieg von nahezu 10 Prozent, unter anderem getrieben durch ein geplantes Gemeinschaftsprojekt mit Indien zum Bau von U-Booten in Mumbai.

