Das John Wick Spiel von Saber Interactive spielt vor den Filmen – und soll sich anfühlen wie ein Film
Saber Interactive, das Studio hinter Warhammer 40,000: Space Marine 2, hat mit dem unbenannten John-Wick-Spiel bereits für Aufsehen gesorgt. Seit der ersten Enthüllung war es jedoch auffallend ruhig rund um das Projekt – bis jetzt. Chief Creative Officer Tim Willits hat sich in einem Interview zu Wort gemeldet und dabei nicht nur den Ton des Spiels beschrieben, sondern auch eine der drängendsten Fragen zur Handlung beantwortet. Die Antwort dürfte Fans der Filmreihe aufhorchen lassen.
Vor den Filmen: Ein jüngerer John Wick im Mittelpunkt
Willits hat bestätigt, dass das Spiel zeitlich vor dem ersten John-Wick-Film angesiedelt ist. Das bedeutet: Du erlebst eine jüngere Version des Protagonisten – noch vor dem Tod seiner Frau, der in der Filmreihe als auslösendes Moment für alles Folgende dient. Dieser Zeitrahmen eröffnet erzählerisch erheblichen Spielraum. Das Spiel könnte endlich beleuchten, welche Prüfungen und Erlebnisse den Charakter zu dem gemacht haben, was er ist – und warum er irgendwann den Entschluss fasste, das Assassinenleben hinter sich zu lassen. Ein Hinweis auf den jüngeren Wick findet sich laut Willits bereits im Enthüllungstrailer: Dort ist zu sehen, wie der Protagonist für seinen ikonischen Maßanzug vermessen wird – und dabei merklich jünger wirkt als in den Filmen.
Filmisches Spielgefühl: Wie Saber Interactive die John-Wick-DNA übersetzt
Willits beschreibt das Verhältnis zwischen den Filmen und dem Spiel auf eine Weise, die das Konzept auf den Punkt bringt: Die John-Wick-Filme funktionieren strukturell bereits wie Videospiele – Gruppen von Gegnern, härtere Widersacher dazwischen, ein Endgegner, dann von vorne. Dieses Muster auf ein tatsächliches Spiel zu übertragen sei deshalb besonders reizvoll. Der entscheidende Twist dabei: Das Spielen soll sich umgekehrt wie das Zuschauen bei einem Film anfühlen. Ein ehrgeiziger Anspruch, der andeutet, dass Saber Interactive großen Wert auf Inszenierung, Rhythmus und Präsentation legt – nicht nur auf das reine Gameplay. Ob dieser Balanceakt gelingt, wird sich zeigen, aber die Zielsetzung selbst ist bereits vielversprechend.
Nahkampf, Improvisationswaffen und Umgebungsinteraktion
Was der Enthüllungstrailer bereits angedeutet hat, passt zur beschriebenen Vision: Das Kampfsystem setzt stark auf Nahkampfsequenzen, Greiftechniken, Niederwürfe und improvisierte Waffen. Die Umgebung lässt sich offenbar direkt in Kämpfe einbeziehen – im Trailer ist zu sehen, wie ein Gegner durch ein Autofenster geschleudert wird. Da Wick in diesem Zeitabschnitt noch kein abgeklärter, bis ins letzte Detail kalkulierender Profikiller ist, dürfte sein Kampfstil rauer, ungezügelter und bisweilen auch ungestümer sein als in den Filmen. Das könnte dem Gameplay eine eigenwillige Energie verleihen, die ihn von anderen Actiontiteln abhebt und gleichzeitig den Charakter auf eine frühere, verletzlichere Stufe stellt.
Plattformen, Erscheinungsdatum und offene Fragen
Ein Veröffentlichungstermin steht bislang nicht fest, und Saber Interactive hat die Plattformunterstützung noch nicht vollständig offengelegt. Fest steht: Das Spiel wird für die PlayStation 5 erscheinen, da die Enthüllung im Rahmen eines State-of-Play-Showcases stattfand und der Trailer ausdrücklich auf Footage von der PS5 hinwies. Weitere Plattformen wurden noch nicht bestätigt. Für ein Spiel ohne Namen, ohne Datum und mit bisher nur wenigen Gameplay-Einblicken ist das Interesse jedenfalls bemerkenswert groß – was vor allem daran liegt, dass die Vorlage so stark ist und Saber Interactive zuletzt unter Beweis gestellt hat, dass das Studio lizenzbasierte Actionspiele mit echtem Biss umzusetzen weiß.

