Das Jahr danach - Was bringt die Weltpolitik 2015?

01. Januar 2015, 07:59 Uhr · Quelle: dpa

Berlin (dpa) - Krim, Gaza, Islamischer Staat, Ebola - 2014 brach eine Krise nach der anderen über die Welt herein. Und was bringt 2015? Prognosen sind bekanntlich heikel. Einiges lässt sich aber doch vorhersagen - jedenfalls mit ziemlicher Sicherheit.

Mit Ausblicken auf das nächste Jahr, das hat 2014 gezeigt, muss man in der internationalen Politik vorsichtig sein. Die meisten Prognosen, die vor zwölf Monaten abgegeben wurden, lagen ziemlich daneben. Die Annexion der Krim durch Russland, der Vormarsch der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) in Syrien und im Irak, der neue Krieg im Gazastreifen, die Ebola-Epidemie in Westafrika - das alles hatte niemand so richtig auf dem Zettel.

Dafür bewahrheiteten sich andere Dinge, die vielen Experten einigermaßen sicher schienen, ganz und gar nicht. Der syrische Präsident Baschar al-Assad zum Beispiel ist allen Prognosen zum Trotz immer noch an der Macht. Der britische «Economist», der jedes Jahr einen vielbeachteten Ausblick wagt, gab rückblickend zu: «Auf den Punkt gebracht: Wir haben einen armseligen Job gemacht.»

Und nun? Ohne größere Gefahr, sich zu blamieren, lässt sich Folgendes sagen: Die vielen neuen Krisen von 2014 werden die internationale Politik auch 2015 beschäftigen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ist dabei besonders gefordert, weil Deutschland aktuell den Vorsitz der sieben großen Industrienationen (G7) führt. Dem G7-Gipfel im Juni auf Schloss Elmau ist weltweite Aufmerksamkeit gewiss.

Russlands Präsident Wladimir Putin wird dann aller Voraussicht nach wieder nicht dabei sein. Wegen der Annexion der Krim haben ihn die G7-Staaten zur unerwünschten Person erklärt. Nichts deutet darauf hin, dass sich daran etwas ändert. Im Gegenteil: Viele mutmaßen, dass Putin mit seiner Expansionspolitik weitermacht und auch andere Gebiete zu Russland holen will.

Die Hoffnung, dass sich die Lage in der Ukraine befriedet, sind recht gering. Realistisch gesehen wären viele wohl zufrieden, wenn sich die Krise mit jetzt schon mehr als 4700 Toten zu einem «frozen conflict» entwickeln würde - einem «eingefrorenen Konflikt» ohne größere Kämpfe, wie es von Moldau bis Georgien in anderen ehemaligen Sowjetrepubliken mehrere gibt. Bei wie viel Grad minus auch immer.

Im Nahen Osten sind die Chancen auf eine Friedenslösung ähnlich bescheiden. Da bei den Gesprächen mit Israel immer noch nichts vorangeht, treiben die Palästinenser anderweitig ihre Bemühungen um einen eigenen Staat voran. Vermutlich werden weitere Länder Palästina anerkennen. Deutschland nicht - schon gar nicht 2015, wenn das 50-jährige Bestehen der diplomatische Beziehungen zu Israel gefeiert wird. Berlin ist zwar auch für eine Zwei-Staaten-Lösung, aber nur am Verhandlungstisch.

Auch sonst sind in diesem Teil der Welt die Hoffnungen auf Besserung nicht besonders groß. Der Krieg in Syrien wird bereits ins fünfte Jahr gehen, ohne dass es Aussicht auf ein baldiges Ende gibt. Die Terrormiliz IS wird mit großer Wahrscheinlichkeit wieder Leute enthaupten und dies auf grausamen Videos im Internet zeigen. Wenn es denn dabei bleibt: Die Geheimdienste werden nicht müde, vor einem schlimmen IS-Anschlag in den USA oder Europa zu warnen.

Bei einem der Dauerthemen der internationalen Politik, dem Streit ums iranische Atomprogramm, soll es in der ersten Jahreshälfte eine Entscheidung geben. Bis zum 1. Juli soll zwischen den fünf Vetomächten des UN-Sicherheitsrats, Deutschland und dem Iran ein Kompromiss stehen. Nach mehreren Verlängerungen soll dies die letzte Frist sein. Zweifel sind erlaubt. In Israel glaubt kaum jemand, dass sich der Iran auf dem Verhandlungsweg von der Atombombe abbringen lässt.

Nordkorea mit seinem Machthaber Kim Jong Un ist da trotz weitgehender internationaler Isolation schon weiter. Viele vermuten, dass Pjöngjang 2015 einen neuen Atomtest unternehmen wird. Ansonsten werden in Asien die Inselstreitigkeiten im Süd- und Ostchinesischen Meer mit Sorge betrachtet. Die Volksrepublik China liegt hier mit Staaten wie Japan, Vietnam und Malaysia so sehr über Kreuz, dass sich militärische Konflikte entwickeln könnten.

Was, abgesehen von plötzlichen Rücktritten oder Schicksalsschlägen, relativ stabil bleiben dürfte, ist das internationale Spitzenpersonal. Die Europäische Union hat ihre Top-Posten eben erst neu besetzt, mit dem Luxemburger Jean-Claude Juncker und dem Polen Donald Tusk. Mit Ausnahme von Spanien und Großbritannien, wo Premierminister David Cameron bangen muss, stehen in den großen europäischen Ländern 2015 keine Wahlen an.

Auch in den wichtigen BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) sind keine großen Personalveränderungen absehbar. Kremlchef Putin etwa denkt nicht ans Aufhören. Bei einer vierten Amtszeit könnte er sogar bis 2024 im Kreml bleiben.

In den USA wird Barack Obama das letzte Jahr voll im Amt sein, auch wenn der Präsident von den Demokraten nun einen republikanischen Kongress gegen sich hat. Manche vermuten, dass er die Gelegenheit nutzen wird, um sich in der Außenpolitik stärker zu profilieren - wie er dies gerade mit der überraschenden Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen mit dem sozialistischen Kuba demonstriert hat. Wer Obamas Nachfolge antritt, wird erst im November 2016 entschieden.

Vermutlich schon Anfang nächsten Jahres will sich aber die ehemalige «First Lady» Hillary Clinton erklären, ob sie abermals fürs Weiße Haus kandidiert. Das wird dann eine der wenigen Nachrichten, von denen man schon heute mit Sicherheit weiß, dass sie 2015 Schlagzeilen machen werden.

Jahreswechsel / Internationale Politik / Ausblick
01.01.2015 · 07:59 Uhr
[0 Kommentare]
Iran-Krieg - Spritpreise in den USA
Washington (dpa) - Dass US-Präsident Joe Biden die Ukraine mit viel Geld unterstützte, während zu Hause die Spritpreise explodierten, kam bei vielen Amerikanern gar nicht gut an. Zu viel Außenpolitik, zu wenig Fokus auf die Probleme der US-Bürger, lauteten die Vorwürfe. Einer der schärfsten Kritiker war damals Donald Trump. Er wollte es anders machen, […] (00)
vor 9 Minuten
Nerf Marvel Captain America Dart-Blaster für 5,52€
Das Angebot ist stark nachgefragt. Bei Interesse schnell zuschlagen Bei Amazon gibt es der den Nerf Marvel Captain America Dart-Blaster für 5,52€. (Vergleichspreis: 9,70€) Ersparnis: 4,18€ Beschreibung: NERF MARVEL CAPTAIN AMERICA DART-BLASTER: Der coole Blaster im Superhelden-Design sorgt für spannende Abenteuer und actiongeladenen Spaß. […] (01)
vor 7 Stunden
Fashion-Influencer «Gramps»
Mainz (dpa) - Er hat rund 5,5 Millionen Follower auf Tiktok, noch mal knapp 2,5 Millionen auf Instagram: Der 80-jährige Alojz Abram - auch bekannt unter seinem Pseudonym «Gramps» - ist Mode-Influencer. Dabei wirkte er lange gar nicht modisch. Er hat sich gekleidet, wie man es von einem älteren Herrn in der Rente erwarten würde. «Unspektakulär», sagt […] (00)
vor 1 Stunde
Starfield DLC verrät neue Stadt – Fans hoffen auf echten Neustart
Es fühlt sich fast wie ein versteckter Blick hinter die Kulissen an: Neue Achievements zum kommenden DLC von Starfield sorgen gerade für Diskussionen in der Community. Denn was dort entdeckt wurde, klingt nach genau den Änderungen, die sich viele Spieler seit Release wünschen. Und plötzlich steht eine Frage im Raum: Bekommt Starfield endlich das […] (00)
vor 8 Stunden
«plan b»: Neue Ideen gegen die Wohnungsnot
Die ZDF-Doku zeigt, wie kreative Konzepte den angespannten Wohnungsmarkt entlasten sollen. Am Sonntag, 3. Mai 2026, um 15.30 Uhr widmet sich die ZDF-Reihe plan B einem der drängendsten Probleme in Deutschland: der Wohnungsnot. Die Ausgabe „Gesucht? Gefunden! Schluss mit der Wohnungsnot“ ist bereits seit dem 29. April im Streaming verfügbar. Die Dokumentation von Brianna Lache macht deutlich, […] (00)
vor 15 Stunden
Eintracht Frankfurt - 1. FC Köln
Frankfurt/Main (dpa) - Der 1. FC Köln hat beim Bundesliga-Debüt seines neuen Cheftrainers René Wagner den ganz großen Befreiungsschlag bei Eintracht Frankfurt verpasst, aber immerhin einen Punkt im Kampf gegen den Abstieg gerettet. Die Rheinländer erkämpften sich im ersten Spiel nach der Trennung von Ex-Coach Lukas Kwasniok ein 2: 2 (0: 0), blieben […] (03)
vor 9 Stunden
bitcoin, crypto, finance, coin, money, currency, cryptocurrency, blockchain, investment, closeup
Der Bitcoin-Kurs hat einen soliden Anstieg über die Marke von $68.000 verzeichnet. BTC zeigt positive Signale und könnte weiter steigen, wenn es gelingt, die Hürden bei $69.250 zu überwinden. Bitcoin hat an Schwung gewonnen und die Marken von $67.500 und $68.000 überschritten. Der Kurs handelt über $68.500 und dem […] (00)
vor 43 Minuten
Die rasante Entwicklung des Cloud-Computings hat die Arbeitsweise von Unternehmen grundlegend verändert und Cloud-Expertise zu einer der gefragtesten Kompetenzen auf dem heutigen Arbeitsmarkt gemacht. Microsoft Azure als eine der führenden Cloud-Plattformen bietet eine Vielzahl von Zertifizierungen, die die Fähigkeit einer Person nachweisen, Cloud- […] (00)
vor 10 Stunden
 
Straße von Hormus
Teheran (dpa) - Der Iran hat nach dem jüngsten Ultimatum von US-Präsident Donald […] (00)
Yasmin Fahimi (Archiv)
Berlin - Der DGB ruft die Bundesregierung zu gemeinsamen Gesprächen über das geplante […] (00)
Hochbeet mit Rasenschnitt (Archiv)
Lüneburg - Der Deutsche Städtetag fordert ein Nachtfahrtverbot für Mähroboter, um […] (04)
Katherina Reiche (Archiv)
Berlin - In der Debatte um Entlastungen angesichts steigender Spritpreise übt der […] (01)
Ghost Master: Resurrection im Test: Spuken wie früher?
Ghost Master: Resurrection ist ein Remake des Originals aus 2003. Ich habe als Kind […] (00)
Ein Aufstieg und Fall im Windkraftsektor Hendrik Holt, ein ehrgeiziger Unternehmer […] (00)
Harald Lesch streitet über Zoos
Die ZDF-Doku beleuchtet die kontroverse Debatte um Zoos und stellt wissenschaftliche […] (00)
VEVOR 35L Tragbare elektrische Kühlbox für 135,99€
Antizyklisch kaufen! Dank 2 Gutscheinen die man kombinieren kann, gibt es bei Ebay die VEVOR […] (01)
 
 
Suchbegriff