Investmentweek

D-Wave und der deutsche Quantensprung – Kommt jetzt der große Durchbruch?

20. Mai 2025, 16:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Ein kanadisches Unternehmen, ein deutsches Forschungszentrum und der nächste große Technologiesprung: Warum D-Wave plötzlich im Rampenlicht steht und Investoren an 2015 erinnert.

Plötzlich spricht der Google-Chef über Quantencomputer

Als Sundar Pichai kürzlich erklärte, Quantencomputing fühle sich an wie Künstliche Intelligenz im Jahr 2015, horchte die Tech-Welt auf. Es war das Jahr, in dem Nvidia durchstartete – heute ein Billionen-Konzern.

Pichais Aussage kommt nicht von ungefähr: Google arbeitet an einem eigenen Quantenchip namens Willow. Und er glaubt, dass in fünf Jahren ein „Aha-Moment“ kommt – der Moment, in dem Quantenberechnungen klassische Computer deutlich schlagen.

Doch wer glaubt, das Rennen sei nur zwischen Google und IBM entschieden, kennt D-Wave nicht.

Ein kleiner Name mit großer Wirkung

D-Wave Quantum ist ein Quanten-Startup aus Kanada. Keine zehn Millionen Umsatz, aber eine Marktkapitalisierung jenseits von einer Milliarde Dollar.

Die Firma entwickelt sogenannte Annealing-Quantencomputer – eine Technologie, die nicht irgendwann funktionieren soll, sondern laut eigenen Aussagen bereits heute Probleme löst, an denen klassische Supercomputer scheitern.

Und das wurde nicht in einem Marketing-Video getestet, sondern in Deutschland. Genauer: in Jülich.

Jülich als Testlabor für Europas Quantenzukunft

Seit drei Jahren läuft ein D-Wave-System im Forschungszentrum Jülich. Dort, wo gerade Europas erster Exascale-Supercomputer JUPITER gebaut wird, testen Wissenschaftler, wie sich klassische Rechenpower mit Quantenlogik verbinden lässt. Erste Ergebnisse sind da – und klingen beeindruckend.

„D-Wave ist der einzige Anbieter, der mit Quantencomputing reale Probleme löst“, sagt Prof. Thomas Lippert vom Jülich Supercomputing Centre.

Seine Kollegin Kristel Michielsen spricht von einem „neuen Maßstab“, der durch die Integration von D-Wave und der kommenden Exascale-Infrastruktur gesetzt werde.

Das klingt nicht nach Zukunftsmusik – sondern nach Praxis.

Ein einzelnes D-Wave-System kostet laut CEO Alan Baratz zwischen 20 und 40 Millionen US-Dollar. In einer Phase, in der die Firma selbst kaum 15 Millionen Umsatz im Jahr erzielt, wirft das Fragen zur Skalierbarkeit und Wirtschaftlichkeit auf.

Rechensysteme für 20 Millionen Dollar – und trotzdem gefragt

Ein D-Wave-System kostet zwischen 20 und 40 Millionen US-Dollar. Eine stolze Summe. Doch wer sich mit industriellen Anwendungen befasst, weiß: Wenn ein komplexes Problem in Minuten gelöst wird, statt in Wochen, lohnt sich die Investition.

CEO Alan Baratz sagt, dass D-Wave bei Materialsimulationen bereits einen der schnellsten Supercomputer übertroffen hat. Nicht im Labor, sondern in der echten Welt.

Tesla war 2011 auch teuer

Aktuell liegt das Kurs-Umsatz-Verhältnis bei über 130. Für Value-Investoren ein No-Go. Doch Tech-Anleger erinnern sich: Auch Tesla galt 2011 mit 3 Milliarden Dollar Börsenwert als absurd teuer. Heute ist es ein Gigant.

Seit der Erstempfehlung im Hot Stock Report Anfang 2024 hat sich die D-Wave-Aktie mehr als verzwölffacht. Mehr als 1.200 Prozent Plus. Und dennoch glauben viele Investoren: Das ist erst der Anfang.

Wer sind die Konkurrenten?

Der Quantenmarkt ist umkämpft. IBM, IonQ, Rigetti – sie alle forschen an verschiedenen Architekturen. Der Unterschied: Während viele noch an Stabilität und Fehlerkorrektur arbeiten, will D-Wave längst geliefert haben. Die Technologie ist anders – keine Allzweckmaschine, sondern spezialisiert auf Optimierungsprobleme.

Für viele Unternehmen könnte das genau das sein, was sie brauchen. Keine Theorie. Sondern Lösung.

Der europäische Hebel

Deutschland und Europa haben in der Vergangenheit große Digitaltrends verschlafen. Cloud, KI, Chips – überall dominiert das Silicon Valley. Beim Quantencomputing scheint Europa diesmal vorne mit dabei sein zu wollen.

Mit JUPITER entsteht der größte Supercomputer des Kontinents, die Kooperation mit D-Wave ist bereits Realität. Eine Infrastruktur, die nicht nur Rechenzentren, sondern auch strategisches Denken verlangt.

Der Standort Jülich wird so zum geopolitischen Asset.

Was heißt das für Anleger?

D-Wave bleibt spekulativ. Der Markt ist klein, das Geschäftsmodell noch nicht profitabel. Aber genau das war Nvidia 2015 auch. Was D-Wave von vielen Mitbewerbern unterscheidet: ein funktionierendes System, echte Anwender – und der Rückhalt eines der renommiertesten Forschungszentren Europas.

Finanzen / Unternehmen
[InvestmentWeek] · 20.05.2025 · 16:00 Uhr
[0 Kommentare]
kostenloses stock foto zu 50 €, anlagestrategie, bankwesen
Der Bitcoin-Markt bleibt von hoher Unsicherheit geprägt, wobei die bärischen Stimmungen zunehmen. In der vergangenen Woche versuchte die führende Kryptowährung einen weiteren Ausbruch, scheiterte jedoch an einem Widerstand bei der Marke von $75.000. Der Bitcoin-Kurs fiel daraufhin auf etwa $70.000 zurück. Daten von Glassnode zum Optionsmarkt zeigen, […] (00)
vor 52 Minuten
Britisches Gericht stoppt Deal über Chagos-Inseln
Washington/London (dpa) - Der Iran hat nach Angaben des Staatsfernsehens zwei ballistische Raketen auf einen von Großbritannien und den USA gemeinsam genutzten Militärstützpunkt auf der Insel Diego Garcia abgefeuert. Keines der beiden Geschosse habe die Militärbasis im Indischen Ozean getroffen, berichteten das «Wall Street Journal» und der Sender CNN unter Berufung auf ranghohe US-Beamte. […] (00)
vor 20 Minuten
Laura Maria Rypa und Pietro Lombardi
(BANG) - Laura Maria Rypa scheint um einen geliebten Menschen zu trauern. Der Influencerin folgen rund 943.000 Nutzer auf Instagram. Erst kürzlich zeigte Laura Einblicke in ihren Urlaub auf Mauritius. Dass sie diesen mit ihrem Ex-Verlobten Pietro Lombardi und ihrem ältesten Sohn verbrachte, sorgte für viel Aufsehen. Nun meldete sich die 30-Jährige mit […] (00)
vor 3 Stunden
Pornografie im Internet
Berlin (dpa) - SPD-Rechts- und Innenpolitikerinnen begrüßen die Ankündigung von Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD), zügig ein Gesetz zum besseren Schutz vor digitaler Gewalt vorzulegen. «Wir hängen da auf jeden Fall hinterher», sagte die rechtspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Carmen Wegge im WDR mit Blick auf die rechtliche […] (00)
vor 1 Stunde
Crimson Desert verkauft zwei Millionen in 24 Stunden und die Aktie bricht trotzdem
Am 20. März 2026 hat Pearl Abyss offiziell bestätigt. Crimson Desert hat in den ersten 24 Stunden nach Release weltweit über zwei Millionen Exemplare verkauft. Das ist ein außergewöhnlicher Wert für eine neue Marke ohne Franchise-Geschichte. Alinea-Analytics-Analyst Rhys Elliott hatte bereits vor Release geschätzt, dass allein die rund 400.000 […] (00)
vor 19 Minuten
«Mystery Road: Origin» geht mit der zweiten Staffel fort
Die preisgekrönte Krimiserie kehrt mit neuen Fällen und gesellschaftlicher Tiefe zurück. arte bringt Anfang April die zweite Staffel der australischen Serie Mystery Road: Origin ins Programm. Die neuen Folgen starten am Donnerstag, den 9. April 2026, um 21: 40 Uhr und werden jeweils in Doppelfolgen ausgestrahlt. Eine Woche später folgt der Abschluss der sechsteiligen Staffel. Bereits seit dem […] (00)
vor 1 Stunde
Ski alpin: Weltcup
Kvitfjell (dpa) - Skirennfahrer Dominik Paris hat die letzte Abfahrt der Saison in Kvitfjell gewonnen. Beim Weltcup-Finale verwies der Altmeister aus Südtirol den Schweizer Olympiasieger Franjo von Allmen um 0,19 Sekunden auf den zweiten Platz. Dritter wurde Vincent Kriechmayr aus Österreich (+0,60). Paris feierte auf der Olympia-Strecke von 1994 den […] (01)
vor 1 Stunde
Ein Gespräch mit Christian Kirsch, Unternehmer, Leadership-Coach und Mitgründer von amaiko.ai
Viechtach, 21.03.2026 (PresseBox) -. Frage: Christian, wenn man deinen Weg anschaut, wirkt alles sehr klar strukturiert. War das wirklich so geradlinig? Christian Kirsch: Überhaupt nicht. Ich habe die IT-Branche 2018 eigentlich verlassen. Ich war müde vom Buzzword-Theater. Bin dann als Geschäftsführer in einen Sporthändler gewechselt – sportaffin, […] (00)
vor 5 Stunden
 
Milliarden-Poker in der Aufzugskabine: Kone bläst zum Todesstoß gegen TK Elevator
Der Gigant aus dem Norden wittert die historische Chance Es ist der zweite Anlauf zu […] (00)
btc, bitcoin, cryptocurrency, crypto, money, currency, coin, finance, mining, payment
Bitcoin (BTC) hat sich nach einem gescheiterten Versuch, die Widerstandsmauern bei etwa […] (00)
HelloFresh am Abgrund: Vom DAX-Liebling zum Vier-Euro-Absturz
Der Absturz ist keine Überraschung mehr – er ist ein Urteil Vier Euro. So wenig […] (00)
Stromzähler (Archiv)
Heidelberg - Der Irankrieg und seine Folgen wirken sich auf Haushalte in Deutschland […] (11)
Emre Can
Dortmund (dpa) - Emre Can hat seinen auslaufenden Vertrag bei Borussia Dortmund […] (00)
Die Billionen-Wette: Jensen Huangs Geheim-Plan zur totalen KI-Herrschaft
Der Lederjacken-Guru beschwört das nächste Goldene Zeitalter Zehntausende Pilger aus […] (02)
True Crime vom Dorf? Kabel Eins verschenkt die Primetime weiterhin
Kabel Eins geht direkt in die nächste Runde True Crime-Angebot. Und weiterhin läuft es bodenlos […] (00)
CD Projekt RED kündigt überraschendes neues Projekt für 2026 an
CD Projekt RED hält seine Karten selten offen auf dem Tisch – und wenn doch, dann […] (00)
 
 
Suchbegriff