Subnautica 2: Krafton kündigt Early Access Start eigenmächtig an und sorgt damit für handfesten Rechtsstreit
Eigentlich sollte die Rückkehr der Mitgründer von Unknown Worlds ein Zeichen der Stabilität sein – ein Neuanfang für das Studio hinter Subnautica 2, das in den vergangenen Monaten von internen Turbulenzen erschüttert wurde. Doch kaum ist CEO Ted Gill wieder an Bord, sorgt der nächste Eklat für Aufruhr. Diesmal geht es um eine Ankündigung, die laut den Beteiligten so nie hätte gemacht werden dürfen – und die Wellen schlägt bis vor Gericht.
Eine Ankündigung, die niemand autorisiert hat
Krafton, der südkoreanische Publisher hinter Subnautica 2, hatte öffentlich ein Early-Access-Startfenster für Mai kommuniziert – ausgelöst durch ein internes Memo von Studioleiter Steve Papoutsis, in dem er das Erreichen wichtiger Entwicklungsmeilensteine feierte. Was intern als Motivation gedacht war oder zumindest so dargestellt wurde, landete schnell in der Öffentlichkeit. Das Problem: Laut den Anwälten des Mitgründer-Trios Ted Gill, Charlie Cleveland und Max McGuire war Papoutsis schlicht nicht befugt, eine solche Ankündigung zu machen. In einem Brief an die Vizekanzlerin des Delaware Court of Chancery, Lori Will, bezeichneten die Anwälte das Vorgehen als „eigennützig“ und warnten, es könnte „dem Spiel schaden und zusätzliche Verwirrung in der Subnautica-Community stiften.“
Was auf dem Spiel steht – und wer das Sagen haben sollte
Der Kern des Konflikts ist klar: Die Ankündigung eines Spielstarts ist kein Routinevorgang. Sie ist – in den Worten der Anwälte – „ein bedeutsamer Moment“, der von sorgfältig koordinierten Marketingmaßnahmen, Community-Arbeit und einem präzise gestalteten Hype-Aufbau begleitet werden muss. All das, so die Argumentation, hätte unter der Führung von Ted Gill stattfinden sollen. Stattdessen habe Krafton diesen Prozess eigenmächtig an sich gerissen und damit nicht nur die Kontrolle über das Narrativ übernommen, sondern auch eine Gerichtsentscheidung missachtet. Die Vizekanzlerin hatte zuvor geurteilt, dass Krafton gegen bestehende Vereinbarungen verstoßen hatte, indem das Unternehmen die Mitgründer unrechtmäßig entließ und die operative Kontrolle über Unknown Worlds an sich riss.
Kraftons Gegendarstellung – und ein Memo als Zankapfel
Kraftons Anwälte verteidigten das Vorgehen mit einer simplen Lesart: Das Memo von Papoutsis sei lediglich eine Würdigung der Arbeit des Entwicklungsteams gewesen – eine Reaktion auf das Erreichen eines internen Meilensteins, der bereits vor der Gerichtsentscheidung festgesetzt worden war. Von einer unrechtmäßigen Ankündigung könne keine Rede sein. Zudem betonten sie, dass Gill als wiedereingesetzter CEO nun selbst beurteilen könne, in welchem Zustand sich Subnautica 2 befinde und welcher Zeitplan angemessen sei. Nichts in Papoutsis‘ Nachricht würde daran etwas ändern. Vizekanzlerin Will hat sich zu keinem der beiden Briefe bisher geäußert. Was das konkret für das Mai-Startfenster bedeutet, bleibt offen. Sollte das Spiel tatsächlich bereit für Early Access sein, ist eine Verschiebung unwahrscheinlich – aber ein koordinierter, stimmungsvoller Launch, wie ihn die Mitgründer im Sinn hatten, könnte durch den Vorfall bereits Schaden genommen haben.


