Continental vor Verkauf von Contitech: Spannung bei Anlegern und Experten
Continental scheint für das Jahr 2025 auf Konzernniveau seine Ziele erreicht zu haben, während die Situation in der Contitech-Sparte eher durchwachsen ist. Marktbeobachter sind besorgt, dass Umbaukosten und eine verzögerte Markterholung den Verkaufspreis der Sparte beeinflussen könnten. Am Mittwoch berichtete der Dax-Konzern auf Grundlage vorläufiger Zahlen aus Hannover, dass insbesondere ein schwaches Ergebnis von Contitech für Druck auf die Aktie sorgte. Ein regelrechter Schock blieb jedoch aus, da sich der Kurs der Conti-Aktie nach anfänglichen Verlusten wieder etwas erholen konnte.
Analysten sehen jedoch das langfristige Kerngeschäft rund um Reifenherstellung weiterhin stark. Citigroup-Analyst Ross MacDonald bewertet das tägliche Geschäft als robust. Demgegenüber zeigt sich das Kunststofftechnikgeschäft als anfällig gegenüber konjunkturellen Schwankungen. Michael Aspinall von Jefferies weist darauf hin, wie schwierig es sei, die Auswirkungen des schwachen Abschneidens auf die Bewertung zu quantifizieren.
Dennoch bleibt die Nachfrage nach Contitech stark, wie Finanzchef Roland Welzbacher anmerkte. Dafür stehen die potenziellen Käufer Schlange, was eine Werthaltigkeit von Contitech nahelegt, die im Rahmen eines strukturierten Verkaufsprozesses nun ausgeschlossen werden soll. Bereits im August wurde eine Einigung über den Verkauf von Teilen der Autoindustrie liefernden Sparte erzielt, deren Vollzug im ersten Quartal erwartet wird.
Der Gesamtumsatz von Continental belief sich auf 19,7 Milliarden Euro, ein Rückgang im Vergleich zu den 20,2 Milliarden Euro des Vorjahres. Die einstige Autozuliefersparte, jetzt unter Aumovio firmierend, wurde im September an die Börse gebracht. Die bereinigte Ergebnismarge vor Zinsen und Steuern fiel auf 10,2 Prozent. Der Mittelzufluss erreichte 1,0 Milliarden Euro, was für Kontinuität spricht. Sobald der Verkauf von Contitech abgeschlossen ist, plant Continental, sich wieder verstärkt auf die ertragreiche Reifensparte zu konzentrieren. Am 4. März werden detaillierte Finanzzahlen erwartet.

