Continental reduziert erneut Stellen im Kampf um Wettbewerbsstärke
Der Automobilzulieferer Continental plant, bis Ende 2026 weltweit weitere 3.000 Stellen in Forschung und Entwicklung abzubauen, davon entfällt fast die Hälfte auf Deutschland. Vor allem die Standorte Hessen und Bayern sind betroffen, wobei die Schließung des Standorts Nürnberg bereits beschlossen wurde. Continental hatte schon vor einem Jahr den Abbau von 7.150 Stellen in der Automotive-Sparte angekündigt, wovon viele in der Verwaltung und Entwicklung betroffen waren. Nun erhöht sich die Zahl der abgebauten Stellen auf über 10.000, ein deutlicher Schritt als Reaktion auf die Herausforderungen in der Automobilindustrie.
Im Detail sollen am bedeutenden Frankfurter Standort, der mit rund 4.000 Mitarbeitern der größte im Bereich Automotive ist, 220 Entwicklerstellen wegfallen. Auch Hessen bleibt nicht verschont, hier werden in Babenhausen Stellen reduziert. Der Ingenieurs-Standort Nürnberg verabschiedet sich vollständig von seinen 140 Mitarbeitern. Weitere Kürzungen umfassen kleinere Anpassungen in Ingolstadt und Regensburg, während in Wetzlar und Schwalbach der Rückgang der Arbeitskräfte unter den bisherigen Erwartungen bleibt.
Betroffen ist ebenfalls die Softwaretochter Elektrobit, die unter anderem in Erlangen, Berlin, Stuttgart und Braunschweig tätig ist. Dort sollen 480 Stellen gestrichen werden, was einem erheblichen Abbau entspricht. Weltweit rechnet Conti mit einer Reduktion von rund zehn Prozent der 31.000 Entwicklerpositionen.
Das Unternehmen betont, den Stellenabbau so sozialverträglich wie möglich gestalten zu wollen, wobei natürliche Fluktuationen wie Renteneintritte eine Rolle spielen sollen. Gleichzeitig müsse man die Ausgaben für Forschung und Entwicklung deutlich reduzieren, um bis 2028 die Ziele zu erreichen. Der Fokus liegt auf zukunftsweisenden Technologieangeboten, die durch substanzielle Investitionen in Forschung und Entwicklung gestärkt werden sollen, erklärte Automotive-Chef Philipp von Hirschheydt.
Kritik gibt es jedoch von der Arbeitnehmerseite. Gesamtbetriebsratschef Michael Iglhaut äußerte Sorgen über die weitreichenden Einschnitte und warnte vor einem möglichen „Kahlschlag“ in der Sparte. Er kritisierte die Strategie des Stellenabbaus und der Kostensenkungen, die nicht haltbar sei.
Ein weiterer Schritt zur Neustrukturierung ist die Abspaltung der seit Jahren schwächelnden Autozuliefersparte als eigenständiges Unternehmen, das noch in diesem Jahr an die Börse gehen soll. Diese Maßnahme steht jedoch noch zur Abstimmung durch die Hauptversammlung aus und könnte das Sorgenkind des Konzerns aus den roten Zahlen führen.

