Compugroup: Einschnitte in Dividende und Ausblick auf strategische Neuausrichtung
Der Softwareanbieter Compugroup, der sich aktuell am Rande eines Delistings an der Börse befindet, hat aufgrund eines deutlichen Gewinnrückgangs eine drastische Kürzung der Dividende angekündigt. Die Ausschüttung soll auf das gesetzlich notwendige Minimum von lediglich fünf Cent je Aktie gesenkt werden. Noch im Vorjahr erhielten Aktionäre ein Euro je Aktie. Diese Entscheidung wurde am Dienstag der Hauptversammlung des Unternehmens präsentiert.
Im Hintergrund dieser Maßnahme steht die längerfristige Wachstumsstrategie von Compugroup. Diese umfasst insbesondere Investitionen in Infrastruktur, ein verstärktes Augenmerk auf Kundennähe sowie die Entwicklung fortschrittlicher Verfahren und Produkte, die auf Künstlicher Intelligenz basieren.
Trotz eines leichten Umsatzrückgangs um etwa zwei Prozent auf 1,15 Milliarden Euro, fiel das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen um etwa 15 Prozent auf 224,6 Millionen Euro. Der Gewinn pro Aktie und vor Sondereffekten verzeichnete einen Rückgang um 38 Prozent auf 1,27 Euro. Der detaillierte Jahresbericht wird diesen Donnerstag veröffentlicht.
Die finanzielle Neuausrichtung von Compugroup spiegelt sich auch in den aktuellen Entwicklungen mit dem Finanzinvestor CVC wider. Im Rahmen einer strategischen Partnerschaft hat CVC ein Angebot von 22 Euro je Aktie für diejenigen Anteilseigner gemacht, die nicht zur Gruppe um Unternehmensgründer Frank Gotthardt gehören. CVC konnte sich dadurch knapp 22 Prozent der Anteile sichern, während Gotthardt und seine Familie weiterhin mit 50,1 Prozent die Mehrheit halten. Der Abschluss der Übernahme samt Delisting-Angebot wird im zweiten Quartal erwartet.

