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Commerzbank stolpert im Übernahmeduell – weniger Gewinn, mehr Druck

07. November 2025, 15:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Commerzbank stolpert im Übernahmeduell – weniger Gewinn, mehr Druck
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Commerzbank liefert operativ stark – doch der niedriger ausfallende Gewinn nährt Zweifel in einem entscheidenden Moment des Übernahmekampfs.
Die Commerzbank zeigt im dritten Quartal einen Gewinnrückgang, der den Übernahmekampf mit Unicredit verschärft. Trotz positiver operativer Entwicklungen steigt der Druck auf die Bank.

Schwächeres Ergebnis – zum schlechtestmöglichen Zeitpunkt

Die Commerzbank wollte im laufenden Übernahmekampf mit Unicredit eines zeigen: Stärke. Stattdessen liefert das dritte Quartal eine unangenehme Überraschung.

Der Gewinn fällt auf 591 Millionen Euro – rund acht Prozent weniger als vor einem Jahr und deutlich unter den Erwartungen von Analysten. Der Hauptgrund liegt nicht im operativen Geschäft, sondern in einer Steuerquote, die von 22 auf 36 Prozent hochschnellt. Für Aktionäre zählt jedoch nur das Ergebnis – und das verfehlt die Prognosen klar. Entsprechend kühl fiel die erste Reaktion am Markt aus: Zum Handelsstart rutschte die Aktie um etwa vier Prozent ab.

Operativ läuft es – nur der Nettoeffekt nicht

Auf den zweiten Blick zeigt sich ein anderes Bild. Das operative Ergebnis – also das, was Banken mit ihrem Kerngeschäft wirklich verdienen – liegt bei gut 1,05 Milliarden Euro. Fast exakt auf Analystenniveau.

Und über die ersten neun Monate hinweg erreicht die Commerzbank sogar einen Betriebsgewinn von 3,4 Milliarden Euro, ein neuer Rekordwert. Vorstandschefin Bettina Orlopp gibt sich deshalb kämpferisch: „Unser Renditeniveau ist keine Ausnahme, sondern die neue Basis.“ Mit anderen Worten: Das Ergebnis schwächelt nur auf dem Papier. Im Maschinenraum läuft die Bank stabil.

Hohe Ausschüttungen als Schutzschild

Im Übernahmekampf mit Unicredit setzt Orlopp auf eine Strategie, die in Frankfurt noch selten war: Sie versucht, Übernahmeabsichten nicht juristisch, sondern finanziell unattraktiv zu machen. Die Bank hat bereits einen Aktienrückkauf über eine Milliarde Euro gestartet.

Eine weitere Tranche von bis zu 600 Millionen Euro ist für Anfang 2026 geplant – vorbehaltlich Genehmigung von EZB und Finanzagentur. Gleichzeitig kündigt Orlopp eine „attraktive Dividende“ an. Die Botschaft an den Rivalen: Je höher der Aktienkurs, desto teurer der Einstieg.

Unicredit setzt auf Geduld – und steigende Nervosität in Frankfurt

Der italienische Konkurrent hält inzwischen rund 29 Prozent der Commerzbank-Anteile und lässt keinen Zweifel daran, wohin die Reise gehen könnte. CEO Andrea Orcel hätte die Bank gerne komplett. Die Bundesregierung, mit rund zwölf Prozent beteiligt, signalisiert Widerstand.

Auf dem Papier wirkt die Commerzbank gut vorbereitet: Seit Jahresbeginn hat der Kurs über 100 Prozent zugelegt und damit deutlich stärker als der von Unicredit. Doch seit dem Jahreshoch im August hat die Aktie mehr als 14 Prozent eingebüßt – ein gefährliches Signal. Denn Orcel hat klar gesagt: Wenn die Bewertung sinkt, steigt seine Bereitschaft, ein Angebot vorzulegen.

Wo die Bank überzeugt

Während das Gesamtergebnis enttäuscht, glänzt eine Sparte besonders: das Firmenkundengeschäft. Das Kreditvolumen wächst um 13 Prozent, der Gewinn klettert auf 530 Millionen Euro – 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch die Risikovorsorge sinkt, obwohl Insolvenzen in Deutschland wieder zunehmen. Die Bank wächst also dort, wo es zählt: bei Unternehmen, die stabile Margen bringen und langfristige Kundenbeziehungen sichern.

Wo es knirscht

Im Privatkundengeschäft ist das Bild schwächer. Zwar sammelt die Bank durch eine zeitlich begrenzte Zinsaktion sieben Milliarden Euro neue Einlagen ein. Doch der Gewinn bleibt hinter den Erwartungen zurück.

Der Zinsüberschuss – für Banken traditionell die wichtigste Ertragsquelle – tritt auf der Stelle. Grund ist die EZB: Für über Nacht geparkte Liquidität gibt es inzwischen nur noch zwei Prozent Zinsen. Noch im Vorjahr waren es fast doppelt so viele.

Die Ziele bleiben ambitioniert

Trotz des Rücksetzers hält Orlopp am Gewinnziel von 2,5 Milliarden Euro fest. Zwei Prognosen hebt die Bank sogar an: Der Zinsüberschuss soll höher ausfallen als geplant, und auch die Belastungen durch Kreditausfälle werden geringer erwartet. Der Effekt: Die Bank signalisiert Stabilität – ein wichtiger Baustein der Verteidigungsstrategie.

Finanzen / Quartalszahlen / Commerzbank / Übernahme / Unicredit
[InvestmentWeek] · 07.11.2025 · 15:00 Uhr
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