Commerzbank im Überlebensmodus: Gewinnziel angehoben und Eigenständigkeit betont
Die Commerzbank hat im Ringen um ihre Eigenständigkeit gegen die Übernahmeambitionen der italienischen Unicredit ihr Gewinnziel für 2025 angehoben. Vorstandschefin Bettina Orlopp unterstrich kürzlich in einer Pressekonferenz die strategische Ausrichtung der Bank und zeigte sich optimistisch, für Aktionäre, Kunden und Mitarbeitende weiterhin Wert zu generieren. Trotz der Herausforderungen durch die Unicredit, deren Einfluss als größter Aktionär zunehmend für Turbulenzen sorgt, verfolgt die Commerzbank beharrlich ihren Kurs.
Nach einer Veröffentlichung unerwartet hoher Erträge und einem angehobenen Jahresgewinnziel auf 2,5 Milliarden Euro, profitiert die Aktie im Dax von einem Anstieg um 1,5 Prozent. Analysten, darunter Branchenexperte Kian Abouhossein von JPMorgan, bewerten diese Entwicklung positiv, obwohl das Gewinnziel im Rahmen der allgemeinen Markterwartungen liegt.
Die Commerzbank hat mit ihrem operativen Ergebnis aus dem ersten Halbjahr das erfolgreichste jemals erreichte Ergebnis dieser Art erzielt – eine Leistung, die ohne Berücksichtigung der Kosten für umfangreiche Stellenreduktionen von etwa 3.900 Vollzeitstellen erbracht wurde. Die Bank plant, ihren Personalbestand insgesamt stabil zu halten, während Stellen an neuerlichen Standorten in Polen und Asien entstehen.
Ein weiterer Fokus liegt auf den Zins- und Provisionsüberschüssen, die erfolgreicher als erwartet gewachsen sind. Interessant ist dabei die Reduktion von Belastungen durch Fremdwährungskredite der Tochter mBank, die ab 2026 nur noch einen marginalen Einfluss haben sollen.
Mit einem aktiven Widerstand gegen die Übernahmeversuche der Unicredit, unterstützt durch Bundesregierung und Betriebsrat, bleibt die Commerzbank standfest. Obwohl der Druck mit einem Anteil von über 20 Prozent durch Unicredit steigt, ist die Bank offen für potenzielle Angebote und verfügt über deutliche Renditeziele, die auch durch Aktienrückkäufe und Dividenden unterstützt werden.

