Chinas Regulierung bremst Tokenisierung in Hongkong: Ein Schritt zur Risikominimierung im digitalen Aufschwung
Chinas Wertpapieraufsicht hat kürzlich einigen lokalen Brokerhäusern nahegelegt, ihre Aktivitäten im Bereich der Tokenisierung realer Vermögenswerte (RWA) in Hongkong zu pausieren. Diese Empfehlung weist auf Pekings Bedenken hinsichtlich eines allzu euphorischen Vorstoßes in den boomenden Markt für digitale Vermögenswerte im Ausland hin.
Der RWA-Tokenisierungsprozess verwandelt traditionelle Vermögenswerte wie Aktien, Anleihen, Fonds und sogar Immobilien in digitale Tokens, die über eine Blockchain gehandelt werden. Zahlreiche chinesische Unternehmen, darunter auch Brokerhäuser, haben in den vergangenen Monaten RWAs in Hongkong eingeführt.
Quellen zufolge haben mindestens zwei führende Brokerhäuser kürzlich informelle Hinweise von der China Securities Regulatory Commission (CSRC) erhalten, ihre RWA-Aktivitäten im Ausland auszusetzen. Dies soll zur Stärkung des Risikomanagements einer neuen Geschäftssparte beitragen und sicherstellen, dass die von Unternehmen gestellten Ansprüche durch substanzstarke, legitime Geschäfte unterstützt werden.
Während sich Hongkong im letzten Jahr vermehrt darum bemüht hat, sich als Zentrum für digitale Vermögenswerte zu positionieren, verfolgt China nach dem Verbot des Handels und des Minings von Kryptowährungen im Jahr 2021 einen vorsichtigeren Ansatz im Hinblick auf digitale Vermögenswerte. Erst kürzlich haben chinesische Regulierungsbehörden große lokale Brokerhäuser aufgefordert, die Veröffentlichung von stabilcoin-freundlichen Forschungsberichten einzustellen, um das Interesse an digitalen Währungen bei heimischen Investoren zu bremsen.
Inmitten dieser Entwicklungen haben Hongkongs Finanztaufsicht und der Hong Kong Monetary Authority (HKMA) im Juni eine rechtliche Überprüfung der RWA-Tokenisierung auf internationaler Vergleichsebene angekündigt. Der weltweite RWA-Markt hat laut Datenanbieter RWA.xyz derzeit einen Umfang von etwa 29 Milliarden US-Dollar. Prognosen von China Merchants Securities zufolge könnte dieser Wert bis 2030 über 2 Billionen US-Dollar erreichen.
Wie lange die informelle Anweisung der chinesischen Wertpapierregulierungsbehörde an einige Brokerhäuser zur Aussetzung der RWA-Geschäfte in Hongkong gültig bleibt, ist unbekannt. Die CNMC, HKMA und FSTB reagierten nicht auf die Anfrage von Reuters zur Stellungnahme, während die Securities and Futures Commission (SFC) in Hongkong eine Stellungnahme ablehnte.

