Chinas Exporte trotzen weltweiten Handelswidrigkeiten mit Rückenwind
Die neuesten Zahlen aus China verblüffen Marktanalysten. Trotz globaler Handelsstreitigkeiten verzeichnete das Land im Juli einen unerwarteten Anstieg seiner Exporte. Nach Angaben der chinesischen Zollbehörden stiegen die Ausfuhren um 7,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat und übertrafen damit die gedämpften Erwartungen der Analysten. Auch die Importe des Landes legten mit einem Wachstum von 4,1 Prozent deutlich zu.
Jedoch zeigt der Handel mit verschiedenen Partnerländern ein differenziertes Bild. Während die Exporte in die Vereinigten Staaten um erhebliche 21,7 Prozent zurückgingen, konnten chinesische Exporteure diesen Einbruch durch erhöhte Lieferungen in andere Regionen abfedern. Insbesondere die Europäische Union und die Asean-Staaten erwiesen sich als verlässliche Partner. In die EU stiegen die Exporte um 9,3 Prozent, während sie in die zehn südostasiatischen Asean-Staaten sogar um beeindruckende 16,6 Prozent zunahmen. Auch der Export nach Deutschland erlebte mit einem Plus von 13,1 Prozent einen kräftigen Anstieg.
Unterdessen sind die USA und China weiterhin in intensiven Verhandlungen, um ihren langanhaltenden Streit um Zölle und Handelsbarrieren beizulegen. Eine mögliche Verlängerung der aktuellen Zollpause, die am 12. August abläuft, steht noch aus. In den vergangenen Monaten hatten die USA die Zölle auf chinesische Produkte schrittweise bis zu 145 Prozent erhöht, worauf China mit Gegenzöllen und strategischen Exportkontrollen reagierte. Beide Nationen hatten im Mai eine 90-tägige Aussetzung neuer Zölle vereinbart, um weiter zu verhandeln.
Die internationalen Spannungen werden zusätzlich durch die Ankündigung der USA über Sekundärsanktionen gegen Länder, die weiterhin mit Russland Handel treiben, angeheizt. Präsident Trump plant zudem die Einführung neuer Strafzölle auf indische Importe, während China, trotz enger wirtschaftlicher Beziehungen zu Russland, möglicherweise von unmittelbaren Sanktionen verschont bleibt. Neue Strafmaßnahmen gegen China könnten als gezielte Provokation aufgefasst werden und die laufenden Verhandlungen beeinträchtigen.

