China und Nordkorea schmieden neue Allianz – Wang Yi trifft Kim Jong Un vor Trump-Besuch
China und Nordkorea wollen sich in der Zukunft bei wichtigen internationalen Themen enger abstimmen. „Angesichts einer turbulenten und komplexen internationalen Lage sollten China und Nordkorea die Kommunikation und Koordination bei wichtigen internationalen und regionalen Angelegenheiten weiter stärken", sagte der chinesische Außenminister Wang Yi laut einer Mitteilung des chinesischen Außenministeriums am Freitag bei einem Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un.
Die Botschaft ist klar: China und Nordkorea rücken zusammen. Nicht aus Sympathie, sondern aus Kalkül. Beide stehen unter Druck – China wirtschaftlich und geopolitisch, Nordkorea existenziell. Eine engere Abstimmung stärkt beide – und schwächt die USA.
Kim betont Notwendigkeit intensiverer Kontakte – gemeinsame Interessen zählen
Die nordkoreanische staatliche Nachrichtenagentur KCNA berichtete am Samstag, Kim habe ebenfalls die Notwendigkeit intensiverer Kontakte auf verschiedenen Ebenen betont. Stärkere Beziehungen zwischen China und Nordkorea seien zur Wahrung gemeinsamer Interessen unerlässlich.
Was sind diese gemeinsamen Interessen? Erstens: Die USA schwächen. Zweitens: Regionale Dominanz sichern. Drittens: Gegenseitige Unterstützung bei Sanktionen, Isolation, Druck. China braucht Nordkorea als Pufferzone. Nordkorea braucht China als Handelspartner und Schutzschild. Die Allianz ist rational.
Wang Yi in Pjöngjang – Beziehungen nach Corona wiederbeleben
Wang hält sich seit Donnerstag zu einem zweitägigen Besuch in Pjöngjang auf. Ziel ist es, die durch die Corona-Pandemie unterbrochenen Beziehungen wiederzubeleben. Nordkorea hat seitdem seine Beziehungen zu Russland ausgebaut.
Das ist der Knackpunkt. Während China sich zurückzog, sprang Russland ein. Nordkorea liefert Waffen an Russland für den Ukrainekrieg, Russland liefert Öl, Getreide, Technologie. Die Beziehung ist eng, wirtschaftlich wertvoll, strategisch wichtig. China will diese Nähe nicht weiter dulden. Also schickt es Wang Yi.
Trump-Besuch in China im kommenden Monat – Timing ist kein Zufall
US-Präsident Donald Trump wird im kommenden Monat zu einem Besuch in China erwartet. Trump hatte in der Vergangenheit Interesse an einer Wiederaufnahme der Gespräche mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un gezeigt.
Das Timing ist kein Zufall. Einen Monat vor Trumps Besuch in China trifft Wang Yi Kim Jong Un in Pjöngjang. Die Botschaft an Trump lautet: Nordkorea gehört zu China. Wer über Nordkorea verhandeln will, muss mit China verhandeln. Trump mag Kim mögen – aber China kontrolliert die Beziehung.
Was das für die USA bedeutet – Trump verliert Hebel
Trump hatte in seiner ersten Amtszeit versucht, direkt mit Kim zu verhandeln. Er traf ihn in Singapur, Hanoi, an der innerkoreanischen Grenze. Die Gespräche brachten nichts – aber Trump glaubte, eine persönliche Beziehung aufgebaut zu haben. Jetzt zeigt China: Diese Beziehung ist wertlos, solange Peking nicht zustimmt.
Für die USA ist das ein Problem. Nordkorea bleibt eine nukleare Bedrohung, ein Waffenlieferant an Russland, ein Destabilisierungsfaktor in Asien. Sollte China Nordkorea stärker binden, verliert Washington Einfluss. Trump kann verhandeln – aber ohne China entscheidet er nichts.
China-Russland-Nordkorea-Achse verfestigt sich
Die engere Abstimmung zwischen China und Nordkorea ist Teil eines größeren Musters. China, Russland, Nordkorea – und möglicherweise Iran – bilden eine Achse gegen die USA. Nicht formell, nicht vertraglich, aber faktisch. Sie koordinieren, unterstützen sich, schwächen gemeinsam den Westen.
Für die USA ist das die Rückkehr zur Blockkonfrontation. Nicht mehr nur China gegen die USA, sondern ein ganzes Bündnis autoritärer Staaten. Trump mag glauben, er könne bilateral verhandeln. Doch die Realität ist: Die Gegenseite ist vernetzt, abgestimmt, geeint. Und die USA stehen zunehmend allein da.


