Call of Duty: Black Ops 7 – Keine Switch 2-Version in Sicht trotz Deal
Erinnert ihr euch noch an das große Beben von 2022? Mitten im Übernahmekampf mit den Wettbewerbsbehörden zog Microsoft-Chef Phil Spencer ein Ass aus dem Ärmel, das wie ein Paukenschlag wirkte: Ein auf zehn Jahre ausgelegter Vertrag, der Call of Duty auf Nintendo-Konsolen bringen sollte. Die Fans jubelten, die Kritiker waren besänftigt. Schnitt ins Jahr 2025: Activision kündigt mit großem Tamtam Call of Duty: Black Ops 7 an, und bei den Plattformen herrscht gähnende Leere, wo eigentlich „Nintendo Switch 2“ stehen sollte. Das sorgt bei vielen Nintendo-Fans für lange Gesichter und ein unangenehmes Déjà-vu.
„Wir arbeiten dran“ – Die Standard-Antwort aus der PR-Schublade
Angesprochen auf das fehlende Logo, gab Activision gegenüber IGN eine Erklärung ab, die so beruhigend klingen soll, aber eigentlich gar nichts aussagt. „Wir sind verpflichtet, das Franchise auf die Switch zu bringen“, so ein Sprecher. „Beide Teams arbeiten daran. Wir werden Details teilen, wenn wir so weit sind.“ Das ist die Art von Firmen-Sprech, die man bekommt, wenn es entweder noch absolut nichts Konkretes zu zeigen gibt oder man unangenehmen Fragen ausweichen will. Ein fester Zeitplan? Fehlanzeige. Man könnte fast meinen, die „arbeitenden Teams“ bestehen aus zwei Leuten, die sich einmal im Quartal zum Kaffee treffen und darüber sinnieren, wie cool es doch wäre, Call of Duty auf einer Nintendo-Konsole zu sehen.
Der Deal: Ein strategischer Geniestreich, kein Herzensprojekt
Man muss die Uhr zurückdrehen, um das Ganze zu verstehen. Der 10-Jahres-Deal war keine plötzliche Liebeserklärung an Nintendo, sondern eine strategische Beruhigungspille für die globalen Wettbewerbshüter. Microsoft musste beweisen, dass die fast 70 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Activision Blizzard nicht zu einem Monopol führt, das die Konkurrenz erdrückt. Was eignet sich da besser als ein öffentlichkeitswirksamer Pakt mit dem vermeintlich schwächsten Glied in der Kette der Konsolenhersteller? Phil Spencer verkündete damals stolz, man wolle „mehr Spiele zu mehr Menschen bringen“. Das klang gut, doch schon damals gab es eine entscheidende Stimme der Vernunft.
Die britischen Spielverderber hatten von Anfang an recht
Die britische Wettbewerbsbehörde CMA schaute sich den Deal nämlich ganz genau an und meldete schon 2022 erhebliche Zweifel an. Ihr Argument war bestechend einfach und logisch: Nintendo-Konsolen hatten traditionell kein Call of Duty, und es gab keinerlei Anzeichen dafür, dass ein Nachfolger der Switch technisch überhaupt in der Lage wäre, ein modernes CoD in vergleichbarer Qualität zu stemmen. „Wir haben keine Beweise gesehen, die darauf hindeuten, dass die Konsolen technisch in der Lage wären, eine Version von CoD laufen zu lassen, die in Bezug auf Gameplay-Qualität und Inhalt mit der von Xbox und PlayStation vergleichbar ist“, so die CMA damals. Und wenn man ehrlich ist, hatten sie damit wohl den Nagel auf den Kopf getroffen.
Während an dieser Front also weiter vage an der Zukunft geschraubt wird, macht Activision an anderer Stelle Nägel mit Köpfen – und nicht immer zur Freude der Spieler. Die jüngste Kontroverse um Werbung für Waffen-Bundles in einem Vollpreisspiel wie Black Ops 6 oder das kürzlich angekündigte Support-Ende für Call of Duty: Warzone Mobile zeigen, wo die Prioritäten derzeit liegen.

