BYD kämpft mit Herausforderungen bei Expansion in Deutschland
Chinas größter Elektroautobauer BYD (Build Your Dreams) steht bei seiner Expansion in den deutschen Markt vor unerwarteten Hürden. Trotz eines vielversprechenden Starts scheint der erhoffte Durchbruch auf dem deutschen Markt vorerst auszubleiben.
Als das Frachtschiff "BYD Explorer No. 1" im Februar in Bremerhaven anlegte und 3.000 Fahrzeuge entlud, schien dies der Beginn einer neuen Ära für den chinesischen Automobilhersteller in Deutschland zu sein. Doch aktuelle Zahlen zeigen, dass der Durchbruch noch auf sich warten lässt. Im März wurden nur 160 Neufahrzeuge von BYD in Deutschland zugelassen, und die Aussichten auf eine schnelle Verbesserung sind gering.
Die für den europäischen Markt bestimmten Fahrzeuge stehen „aktuell länger“ in Bremerhaven, wie der Logistikdienstleister BLG gegenüber dem Handelsblatt bestätigte. Dies betrifft nicht nur BYD, sondern auch andere Hersteller und ist teilweise auf die schwache Nachfrage zurückzuführen.
Zusätzlich wird BYD von einem Schimmelproblem geplagt, das die Auslieferung der Fahrzeuge weiter verzögert, berichtet das Handelsblatt. Obwohl Schimmelbildung während langer Überseetransporte nicht ungewöhnlich ist, hat die Anzahl der betroffenen Fahrzeuge die Situation verschärft. Die Autos stehen der Witterung ausgesetzt in Bremerhaven und erfordern bei Abholung eine umfassende Aufbereitung, um wieder verkaufsfähig zu sein.
Die mangelnde Nachfrage in Deutschland steht im Kontrast zu den ambitionierten Zielen von BYD, seine Verkäufe im Ausland zu steigern. Verglichen mit dem Vorjahr zeigt sich ein deutlicher Rückgang der Absatzzahlen in Deutschland. Während 2022 noch 4.141 Autos zugelassen wurden, verzeichnete BYD im ersten Quartal 2023 lediglich 393 Neuzulassungen. Diese Zahlen werfen einen Schatten auf die Hochrechnungen für das laufende Jahr, die eine Verdopplung der Verkäufe im Ausland vorsahen.
Deutschland, traditionell einer der wichtigsten Absatzmärkte für BYD in Europa, zeigt sich als besonders herausfordernd. Der drastische Rückgang der Verkaufszahlen deutet darauf hin, dass das Unternehmen erhebliche Schwierigkeiten hat, seine Fahrzeuge außerhalb Chinas erfolgreich abzusetzen.
Diese Entwicklung zeigt, dass BYD trotz technologischer Fortschritte und wachsender Präsenz in Europa mit signifikanten Hürden konfrontiert ist, die überwunden werden müssen, um in einem wettbewerbsintensiven Markt wie Deutschland erfolgreich zu sein.

