Verteidigung

Bundeswehr wird mit Drohnenmunition für den Kampf gerüstet

03. April 2025, 12:43 Uhr · Quelle: dpa
Die Bundeswehr liegt beim Einsatz und der Abwehr von Drohnen hinter anderen Streitkräften zurück. Das Verteidigungsministerium hat nun einen Kurswechsel entschieden.

Berlin (dpa) - Die Bundeswehr soll nach dem Vorbild der Streitkräfte anderer Staaten moderne und mit Sprengsätzen versehene Angriffsdrohnen bekommen. Die Verträge würden in den nächsten Tagen unterzeichnet, hieß es aus dem Verteidigungsministerium in Berlin. Demnach sollen zunächst kleinere Stückzahlen von mindestens zwei Herstellern eingekauft werden, um Erfahrungen in der Truppe zu sammeln und die praktische Ausbildung zu beginnen.

Nach früheren politischen Entscheidungen verfügt die Bundeswehr bisher nicht über diese fliegenden und teilautonomen Waffensysteme, die von Experten als «loitering ammunition» – etwa «herumlungernde Munition» – bezeichnet werden. 

Diese Bezeichnung bezieht sich auf die Verwendung im Flug, der über einem Einsatzgebiet so lange dauert, bis ein Ziel erkannt und attackiert werden kann. Wenn die Waffensysteme nur für eine einmalige Verwendung vorgesehen sind, werden sie auch als Kamikaze-Drohnen bezeichnet.

Deutschland liegt bisher zurück

Aus dem Ministerium wurden mit Hinweis auf noch nicht unterzeichnete Verträge keine Namen von Herstellern genannt. Deutschland lag in den vergangenen Jahren in der Rüstungstechnologie deutlich hinter den Entwicklungen in anderen Staaten zurück. 

Unter den Herstellern solcher Waffen ist inzwischen auch das deutsche Unternehmen Helsing. Es hat für den Einsatz – zunächst in der Ukraine – die Drohne HX-2 entwickelt, die Künstliche Intelligenz nutzt, um Sprengladungen auf ein vom Soldaten bestätigtes Ziel zu steuern und dabei weniger anfällig gegen Störmaßnahmen zu sein.

Das Rüstungsunternehmen hatte jüngst für den schnellen Aufbau einer glaubhaften konventionellen Abschreckung an der Nato-Ostflanke mit neuartigen Kampfdrohnen plädiert. «Dieser Drohnenwall ließe sich innerhalb eines Jahres errichten. Man braucht dazu noch Aufklärungssysteme, Satelliten und wahrscheinlich auch Aufklärungsdrohnen», sagt Gundbert Scherf, Mitbegründer und Co-Vorstandsvorsitzender, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Die neuen Drohnensysteme sind ein «Gamechanger»

Aus dem Verteidigungsministerium hieß es auch mit Blick auf Erfahrungen aus dem Kriegsverlauf in der Ukraine, Drohnen seien im heutigen Kriegsbild das, was Panzer vor 100 Jahren waren - «nämlich ein wirklicher Gamechanger». Dabei könne der Einsatz im Verbund von Drohnen gefechtsentscheidend sein, jedoch nicht kriegsentscheidend. Durch Drohnen allein sei Krieg nicht zu gewinnen.

Der bestehende Rückstand bei Drohnen werde aufgeholt, hieß es aus dem Verteidigungsministerium weiter. Die Verwendung werde künftig Teile einer «Jedermannsausbildung». Alle Männer und Frauen in der Bundeswehr sollen Drohnen einsetzen können wie früher und heute ein Fernglas.

Die Militärplaner verweisen auch auf schnelle Entwicklungszyklen. Deswegen nütze es nichts, große Lagerbestände anzulegen, die dann bald wieder veraltet seien. 

Eingestanden werden auch weiterhin erhebliche Probleme bei der Abwehr von verdächtigen Drohnen über Militärgeländen oder kritischer Infrastruktur. Über bewohnten Regionen könnten diese nicht etwa einfach so abgeschossen werden, wenn Störmaßnahmen nicht greifen. Jedes Projektil schlage in Entfernung wieder auf dem Boden ein und könne damit zur tödlichen Gefahr werden.

Verteidigung / Rüstungsindustrie / Bundeswehr / Deutschland
03.04.2025 · 12:43 Uhr
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