Bundesverwaltungsgericht stärkt Hinterlandanbindung des Fehmarnbelttunnels
Das Bundesverwaltungsgericht hat einen bedeutenden Entscheidungspunkt zugunsten der Entwicklung der Infrastruktur zwischen Deutschland und Dänemark gesetzt, indem es acht Klagen gegen die Hinterlandanbindung des Fehmarnbelttunnels abwies. Die Planungen der Eisenbahnstrecke vom Eisenbahn-Bundesamt, die die Halbinsel Wagrien mit Puttgarden verbinden sollen, wurden von der Leipziger Instanz als unanfechtbar bestätigt. Damit wurde ein entscheidender Schritt für die Verwirklichung des Projekts manifestiert.
Sowohl die Stadt Fehmarn als auch Tourismusunternehmen und der lokale Wasserbeschaffungsverband hatten rechtliche Schritte gegen das Vorhaben eingeleitet. Sie befürchteten negative Auswirkungen auf den Inseltourismus, potenziellen Lärm sowie Risiken für die Trinkwasserversorgung. Doch der 7. Senat des Gerichts stellte klar, dass alle gesetzlichen Richtlinien erfüllt werden und die Wasserversorgung gesichert sei.
Der aufsehenerregende Fehmarnbelttunnel soll ab 2029 die Ostseeinsel Fehmarn mit der dänischen Insel Lolland verbinden, in Form eines 18 Kilometer langen Eisenbahn- und Autotunnels. Das Projekt, das die Zugfahrt Hamburg-Kopenhagen auf etwa zweieinhalb Stunden verkürzt, befindet sich bereits im Bau.
Die Verkehrsverbindung auf deutscher Seite, die Deutschland laut Staatsvertrag mit Dänemark zu garantieren hat, wird nun in zwei Phasen umgesetzt. Ursprünglich sollte der Bahnverkehr über eine modernisierte Fehmarnsundbrücke geleitet werden, jedoch wird nun zusätzlich ein neuer Tunnel durch den Fehmarnsund in Angriff genommen. Die Fehmarnsundbrücke fungiert als temporäre Lösung, bis der Tunnel einsatzbereit ist.
Der umfassende Ausbau, der eine Gesamtlänge von 88 Kilometern von Puttgarden nach Lübeck umfasst, schreitet indessen voran. Auf der Insel Fehmarn wurden bereits im Mai 2024 die alten Gleise entfernt, um Platz für die neuen zweigleisigen Strecken zu schaffen. Die temporäre Einstellung des Zugverkehrs zwischen Neustadt in Holstein und Fehmarn, die seit August 2022 andauert, markiert einen weiteren Schritt in der baulichen Umsetzung dieses Großprojekts.

