Bundesprogramm-Stop: Schweinezüchter fordern flexiblere Genehmigungsverfahren
Der Unmut beim Deutschen Bauernverband (DBV) wächst über das Ende des Bundesprogramms zum Umbau der Tierhaltung. Bei einer gut besuchten Veranstaltung in Coesfeld mit etwa 300 Schweinezüchtern fand DBV-Veredlungspräsident Hubertus Beringmeier deutliche Worte für neue Förderkriterien. Die Ankündigung von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer, das Förderprogramm wegen mangelnder Antragszahlen einzustellen, sorgt für Verärgerung.
Beringmeier kritisierte Rainer scharf, da ein wesentlicher Grund für die geringe Anzahl an Anträgen in den strikten Antragsbedingungen zu suchen sei. Fördermittel erfordern zunächst eine Baugenehmigung für Stallumbauten, was aufgrund der langwierigen deutschen Genehmigungsprozesse von teilweise bis zu zwei Jahren zu einer niedrigen Antragsrate im ersten Jahr des Programms führte. Beringmeier fordert daher: "Zuerst der Förderantrag, dann die Baugenehmigung."
Ein zügiger Umbau und die Modernisierung von Tierställen sind essenziell für bessere Haltungsbedingungen, doch die Förderkürzung stellt viele Schweinehalter vor Herausforderungen. Das Bundesprogramm der Vorgängerregierung unter Cem Özdemir hatte ursprünglich eine Milliarde Euro bis 2026 bereitgestellt, um den Umbau zu unterstützen. Die Einstellung dieses Programms hinterlässt laut dem DBV nicht nur einen finanziellen Engpass, sondern verursacht auch großen Frust und Perspektivlosigkeit.
Der Begriff "Veredlung" beschreibt in dieser Branche die Umwandlung pflanzlichen Futters in tierische Erzeugnisse, eine entscheidende Komponente für die Schweinehaltung in Deutschland.

