Bundeskartellamt ebnet Weg für Reform des Pressevertriebs

Das Bundeskartellamt hat grünes Licht für eine bedeutende Umstrukturierung im Vertrieb von Zeitungen und Zeitschriften in Deutschland gegeben. Nach intensiver Prüfung und Anpassungen im ursprünglichen Konzept kündigte die Behörde an, vorerst keine weiteren Maßnahmen zu ergreifen. Der Kern der Reform besteht darin, den bisherigen Vertriebsweg neu zu organisieren. Anstelle von 13 regionalen Großhändlern, die bislang unabhängig voneinander in ihren jeweiligen Gebieten arbeiten, soll eine zentrale Gesellschaft, die 'Presse-Grosso-Allianz' (PGA), den Einkauf und Verkauf zentral koordinieren.
Die lokale Auslieferung wird weiterhin durch die vorhandenen regionalen Partner erfolgen. Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts, betonte die Wichtigkeit einer fairen und diskriminierungsfreien Versorgung aller Verlage sowie die landesweite Verfügbarkeit, insbesondere auch in ländlichen Regionen. Das Presse-Grosso-System spielt eine essentielle Rolle, um eine flächendeckende Belieferung von Kiosken, Supermärkten und ähnlichen Verkaufsstellen zu gewährleisten.
Aufgrund seiner Bedeutung für die Pressevielfalt ist es seit 2013 unter besonderen kartellrechtlichen Auflagen geregelt. Angeführt wird die Reform von einer breiten Allianz der Verlage 'Fit for Future', der prominente Medienhäuser wie Axel Springer, Bauer Media, Burda, Funke, Gruner + Jahr, der Spiegel-Verlag und die 'Süddeutsche Zeitung' angehören. Die Gründung der neuen Gesellschaft ist bis spätestens Ende 2026 geplant.

