Buch-Vorstellung bei Weltkongress in Berlin: Blick in die Zukunft des Projektmanagements
Der Jubiläumsband zum 60. Jahrestag der Gründung der International Project Management Association (IPMA) eröffnet einen ungewöhnlich tiefen Blick in die Zukunft des Projektmanagements.

19. September 2025, 15:52 Uhr · Quelle: Pressebox
Buch-Vorstellung bei Weltkongress in Berlin: Blick in die Zukunft des Projektmanagements
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Vorstellung des Buches zum 60. Jubiläum der IPMA.
Der neue IPMA-Band beleuchtet, wie Projektmanagement bis 2050 evolviert. Mit Beiträgen zu KI und menschlicher Gestaltung inspiriert er zu innovativen Ansätzen.

Nürnberg, 19.09.2025 (PresseBox) - Ein Philosoph lädt dazu ein, Projekte als „pataphysische“ Fragestellungen zu begreifen und damit jenseits reiner Zweckmäßigkeit zu denken. Ein Beitrag aus der Ukraine erzählt von Projekten inmitten von Unsicherheit und Wandel. Und ein Autor spannt in einem persönlichen Text den Bogen von kulturellen Einflüssen bis zu Emotionen, die den Erfolg von Projekten prägen.

Herausgegeben von Prof. Dr. Reinhard Wagner, Ehrenvorsitzender der GPM und ehemaliger Präsident der IPMA, bietet das Buch nicht nur einen Rückblick auf sechs Jahrzehnte Projektmanagement, sondern vor allem einen zukunftsgerichteten Ausblick: „Zum 50-jährigen Bestehen der IPMA hatten wir ein Buch, das stark den damaligen Status quo abbildete“, erklärt Reinhard Wagner. „Diesmal wollte ich etwas anderes: Einen Band, der die Zukunft des Projektmanagements in den Mittelpunkt rückt.“ Genau dieser Anspruch spiegelt sich in den Beiträgen wider, die Autorinnen und Autoren aus allen Teilen der Welt beigesteuert haben.

Die thematische Spannweite reicht von Künstlicher Intelligenz über agile Ansätze bis hin zu Fragen der Nachhaltigkeit und Kommunikation. In rund zehn Interviews und zahlreichen Essays präsentieren Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Praxis ihre sehr unterschiedlichen Sichtweisen. Zentral ist für alle Beiträge der Blick nach vorn: Wie verändern sich Projekte bis ins Jahr 2050 oder 2085? Welche Rolle übernehmen Menschen, wenn Künstliche Intelligenz Routinetätigkeiten übernimmt? Viele Texte setzen deshalb auf persönliche Perspektiven, Emotionen und gesellschaftliche Dimensionen statt auf klassische Management-Ansätze.

Der Jubiläumsband wurde im Rahmen des IPMA World Congress in Berlin vorgestellt und wird künftig online verfügbar sein: „Es war uns wichtig, diese Sammlung anlässlich des 60-jährigen Bestehens der IPMA vorzulegen“, so Wagner. „Denn die Zukunft des Projektmanagements wird entscheidend davon geprägt sein, wie wir den Menschen darin verorten.“

Interview mit Reinhard Wagner zum Jubiläumsband „60 Jahre IPMA“

Frage: Herr Wagner, der Jubiläumsband „60 Jahre IPMA“ unterscheidet sich deutlich von der Publikation zum 50-jährigen Bestehen. Worin sehen Sie den größten Unterschied?

Wagner: „Der Blick in die Zukunft zieht sich wie ein roter Faden durch alle Beiträge des Jubiläumsbandes. Immer wieder stellt sich die Frage, wie sich das Projektmanagement in den kommenden Jahrzehnten entwickeln wird.“

Frage: Wenn Sie von Zukunft sprechen, schwingt dabei auch Unsicherheit mit. Wird es den Menschen im Projektmanagement überhaupt noch brauchen?

Wagner: „Häufig schwingt Unsicherheit mit, vor allem in Bezug darauf, ob es den Menschen in Projekten künftig überhaupt noch braucht. Die klare Antwort lautet für mich: Ja, den Menschen braucht es – und zwar mehr denn je. Die entscheidende Frage ist nur: Wozu?“

Frage: Was bedeutet das konkret für die Arbeit der IPMA?

Wagner: „Ein zentrales Anliegen der IPMA ist es, den Fokus bewusst auf Menschen zu legen. Selbst in Artikeln, die sich mit Künstlicher Intelligenz befassen, taucht dieses Thema auf. Es geht darum, welche Rolle der Mensch in der Steuerung von KI übernehmen soll.“

Frage: Der Band enthält viele unterschiedliche Beiträge. Gibt es ein Beispiel, das Sie besonders beeindruckt hat?

Wagner: „Besonders spannend finde ich den Beitrag von John Naughton, der mit einem überraschenden Bezug zu Musikern wie Avicii arbeitet und eine sehr persönliche Perspektive einbringt. Solche Texte zeigen, dass in fast allen Beiträgen emotionale und individuelle Sichtweisen dominieren – klassische Management-Ansätze sind dagegen kaum zu finden.“

Frage: Sie sprechen von einem Trend „weg vom Management, hin zum Menschen im Projekt“. Können Sie das genauer erläutern?

Wagner: „Wir sehen einen klaren Trend: weg vom ‚Management‘ als abstrakte Steuerung, hin zu Projekten selbst und zum Menschen im Projekt. Management entfernt den Menschen oft von der eigentlichen Arbeit, während die Zukunft vielmehr darin besteht, den Menschen im Projekt stärker einzubinden. Er wird nicht länger nur das ausführende Organ sein, sondern die zentrale gestaltende Kraft.“

Frage: Welche Rolle spielt dabei die Künstliche Intelligenz?

Wagner: „Gleichzeitig müssen wir uns intensiv mit Künstlicher Intelligenz und ihren Grenzen auseinandersetzen. Routinetätigkeiten werden künftig von Maschinen übernommen, doch gerade dann ist das Projektmanagement in der Ausführung und Gestaltung gefragt.“

Frage: Welche Aufgaben bleiben dabei unersetzbar menschlich?

Wagner: „Die ko-kreative Leistung des ‚Shapings‘ eines Projektes, also die Vorbereitungsphase, bleibt eine zutiefst menschliche Aufgabe. Während der eigentliche Projektplan von Maschinen erstellt werden kann, liegt die Aufgabe des Menschen darin, die Zusammenarbeit von Menschen untereinander und zwischen Mensch und Maschine zu orchestrieren.“

Frage: Welche Konsequenzen hat diese Entwicklung für die Gesellschaft insgesamt?

Wagner: „Der Mensch wird dadurch in Zukunft weniger operative Aufgaben haben, aber mehr Zeit gewinnen, um sich für Gemeinschaftsarbeit einzusetzen und gesellschaftlich wirksam zu werden. Projekte werden stärker vor- und nachgelagert gedacht, und der kollaborative Charakter wird zunehmen.“

Frage: Sie betonen die Rolle der Psychologie. Warum ist das so wichtig?

Wagner: „Die Psychologie wird dabei eine immer wichtigere Rolle spielen. Es geht darum, wie man die Energie der Menschen noch gezielter abrufen kann.“

Frage: Gibt es dafür ein theoretisches Fundament, auf das man sich stützen kann?

Wagner: „Die Self-Determination-Theorie liefert entscheidende Impulse, denn sie zeigt, dass Menschen durch Autonomie, Kompetenz und Verbundenheit zu Projekten motiviert werden. Besonders der Aspekt der ‚Relatedness‘, also das Gefühl von Zugehörigkeit, wird eine große Rolle spielen.“

Frage: Welche Lehre ziehen Sie daraus für das Projektmanagement der Zukunft?

Wagner: „Für das Projektmanagement ergibt sich daraus eine klare Konsequenz: Es muss mehr Freiräume geben und die Menschen einfach machen lassen. Nur so können sich die Potenziale voll entfalten und Projekte erfolgreich und sinnstiftend gestaltet werden.“

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[pressebox.de] · 19.09.2025 · 15:52 Uhr
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