Brasiliens Präsident Lula setzt Europäische Union unter Druck

Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat mit einer klaren Drohung auf die stockenden Verhandlungen über das Mercosur-Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union reagiert. Sollte das seit 1999 in der Verhandlungsphase befindliche Abkommen nicht zeitnah vor der angedachten Unterzeichnung am Samstag von den europäischen Ländern gebilligt werden, werde Brasilien seine Unterstützung entziehen, erklärte das Staatsoberhaupt der größten Volkswirtschaft Südamerikas. Diese deutliche Ansage Lulas unterstreicht den wachsenden Unmut Südamerikas über die Verzögerungen. "Wir haben schon lange genug gewartet. Brasilien wird keinen Vertrag mehr abschließen, solange ich im Amt bin, wenn es jetzt nicht vorangeht", so der Präsident laut einem Bericht der renommierten Zeitung "Folha de São Paulo". Ganze 26 Jahre sind bereits ins Land gezogen, ohne dass eine Einigung erzielt wurde. Das angestrebte Abkommen zielt darauf ab, den Handel zwischen der EU und den Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay zu intensivieren. Doch aus Frankreich kommt erneut Widerstand. Die Regierung forderte kürzlich zusätzliche Anpassungen und eine Verschiebung der Vereinbarung.

