Brandenburg bleibt standhaft: Kein Spielraum beim Nachtflugverbot am BER
Die Brandenburger Landesregierung zeigt sich unnachgiebig bezüglich des Nachtflugverbots am Flughafen Berlin Brandenburg (BER). Verkehrsminister Detlef Tabbert erteilte dem Vorstoß des Berliner Bürgermeisters Kai Wegner, das Verbot flexibler zu gestalten, eine klare Absage. Von den Plänen Wegners, das Nachtflugverbot anzupassen, hält auch Flughafenchefin Aletta von Massenbach mehr Flexibilität für angebracht, doch Tabbert verweigert eine generelle Lockerung.
Aktuell gilt am BER ein differenziertes Nachtflugverbot von 22:00 bis 06:00 Uhr. In den Randzeiten zwischen 22:30 Uhr und Mitternacht sowie von 5:30 Uhr bis 6:00 Uhr dürfen lediglich leise Flugzeuge operieren. Zwischen Mitternacht und 5:00 Uhr sind ausschließlich spezielle Flüge, wie Post-, Regierungs- und Ambulanzflüge, zulässig. Dennoch müssen reguläre Passagierflugzeuge bei minimalen Verspätungen oft umgeleitet werden.
Verkehrsminister Tabbert argumentiert, dass, trotz schmerzhafter Konsequenzen für Fluggesellschaften und Passagiere, die Interessen der Anwohner oberste Priorität haben. Der Koalitionsvertrag zwischen SPD und BSW bekräftigt das Engagement für das Nachtflugverbot und die Umsetzung von Schallschutzprogrammen.
Kai Wegner betont hingegen, das Verbot diene dem Schutz der Anwohnergesundheit, plädiert jedoch für Ausnahmen bei geringfügigen Zeitabweichungen. Dies soll unnötige Kosten und Umwege vermeiden helfen. Die Flughafengesellschaft berichtet, dass im Vorjahr 50 Flüge mit geplanter Ankunft nach 22 Uhr umgeleitet werden mussten.

