Bosch unter Druck: Gewinn bricht drastisch ein
Der Technologiekonzern Bosch spürt schmerzhaft die Last seiner aktuellen Herausforderungen. Trotz eines moderaten Umsatzzuwachses auf 91,0 Milliarden Euro im Jahr 2025 sank das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um mehr als 45 Prozent auf nur noch 1,7 Milliarden Euro. Dies liegt insbesondere an den Kosten für den massiven Stellenabbau, der das Ergebnis erheblich belastet hat. Zudem ist Bosch in vielen seiner Geschäftsbereiche nicht mehr wettbewerbsfähig. Neben der weltweit schwächelnden Konjunktur und der unsicheren geopolitischen Lage verschärfen neue US-Zölle und der Wettbewerb durch chinesische Anbieter die Lage. Der Konzern konnte die selbstgesteckten Umsatz- und Gewinnziele nicht erreichen und strebt Kostensenkungen und effizienzsteigernde Maßnahmen an, um seine Wettbewerbsposition zu stärken. Bosch-Chef Stefan Hartung beklagt zudem die aktuellen Wettbewerbsverzerrungen und fordert politische Unterstützung durch Local-Content-Regeln.
Der beschlossene Stellenabbau bei Bosch kostet den Konzern Milliarden. Allein 2025 wurden rund 2,7 Milliarden Euro für Abfindungen und andere sozialverträgliche Lösungen zurückgelegt, während die Gesamtbeschäftigtenzahl um 5.400 auf etwa 412.400 gesunken ist. Finanzchef Markus Forschner betont, dass die Investitionen in junge Zukunftsprojekte die Ertragslage belasten. Bosch ist in Bereichen wie E-Mobilität und Wasserstofftechnologie engagiert, doch die Marktakzeptanz dieser Innovationen verzögert sich.
Auch im Konsumgütergeschäft sind die Auswirkungen spürbar. Markenschwäche und verändertes Konsumverhalten führen zu rückläufigen Umsätzen, besonders bei Haushaltsgeräten. Die Tochtergesellschaft BSH sowie die Elektrowerkzeug-Sparte leiden unter Absatzproblemen, Produktionsverlagerungen und Werksschließungen.
Für 2026 erwartet Bosch keinen Rückgang der Belastungen durch gestiegene Zölle und Preiswettbewerb. Die Umsetzung der Sparmaßnahmen soll jedoch Fortschritte machen und mittelfristig zur Verbesserung der Ertragslage beitragen.

