Bosch setzt auf Kontinuität: Hartung bleibt an der Spitze
Der Technologiekonzern Bosch baut weiterhin auf die Führungsstärke von Stefan Hartung, dessen Vertrag als Vorsitzender der Geschäftsführung unlängst verlängert wurde. Dies bestätigte ein Sprecher des Unternehmens in Gerlingen bei Stuttgart, ohne jedoch konkrete Details preiszugeben. Das "Handelsblatt" berichtet, dass die Laufzeit des neuen Kontrakts um fünf Jahre erweitert wurde, sodass Hartung bis 2031 im Amt bleiben könnte.
Diese Entscheidung kommt zu einem Zeitpunkt bedeutender Umstrukturierungen innerhalb des Unternehmens. Bosch plant umfassende Einsparungen, die allein in der Mobilitätssparte einen Abbau von etwa 22.000 Arbeitsplätzen in Deutschland umfassen. Hinzu kommen 2.400 Stellenstreichungen in der Hausgerätesparte BSH sowie die Schließung der Elektrowerkzeugproduktion in Leinfelden. Insgesamt könnten bei Bosch etwa 20 Prozent aller Stellen in Deutschland betroffen sein.
Hartung, zuvor Manager bei McKinsey, führt Bosch seit nahezu vier Jahren sehr erfolgreich. Mit seiner Vertragsverlängerung hat der 59-jährige promovierte Maschinenbauer die Möglichkeit, dem Unternehmen über eine Dekade hinweg vorzustehen – ganz in der Tradition seiner Vorgänger Volkmar Denner, Franz Fehrenbach und Hermann Scholl. In der langen Geschichte des Unternehmens, das auf eine 139-jährige Tradition zurückblickt und als führend in den Bereichen Autoteile, Halbleiter, Hausgeräte und Elektrowerkzeuge gilt, ist Hartung erst der siebte CEO nach Firmengründer Robert Bosch.
Trotz der Herausforderungen in der globalen Automobilindustrie, rechnet Bosch für das laufende Geschäftsjahr mit einem leichten Plus im Zulieferbereich. Das Umsatzwachstum wird voraussichtlich knapp zwei Prozent betragen, wie auf der IAA Mobility in München verkündet wurde. Dies geschieht trotz global stagnierender Fahrzeugproduktion, einer verhaltenen Nachfrage und Verzögerungen bei der Elektromobilität und beim automatisierten Fahren.
Im Vorjahr war der Umsatz im Zuliefersegment um 0,7 Prozent auf 55,8 Milliarden Euro gesunken, was mehr als 60 Prozent des gesamten Umsatzes von rund 90 Milliarden Euro des Unternehmens ausmacht.

