Börsenturbulenzen und Zinszweifel: Fed schwächt Tech-Sektor
Zum Ende der Woche verhielten sich die Anleger nervös angesichts der jüngsten Kursschwankungen. Der Handel startete mit kräftigen Verlusten, da Zweifel am langfristigen Zinskurs der US-Notenbank Fed aufkamen. Jedoch flaute der Abwärtsdruck bereits binnen der ersten Handelsstunde spürbar ab und einige Indizes verzeichneten sogar Zugewinne.
Der Dow Jones Industrial, der erst kürzlich ein Rekordhoch erreichte, fiel nach einer Handelsstunde um 0,74 Prozent auf 47.104 Punkte zurück. Dieser Rückgang fiel moderater aus im Vergleich zu anderen Indizes, die in den letzten Tagen stärker verloren hatten. Der S&P 500 verlor zuletzt noch geringfügig um 0,14 Prozent und lag bei 6.728 Punkten.
Der technologielastige Nasdaq 100, der zu Handelsbeginn auf den tiefsten Stand seit Mitte Oktober fiel, konnte seine Verluste reduzieren und näherte sich der Gewinnzone bei 25.000 Punkten. Während der Dow auf ein leichtes Wochenplus zusteuert, stehen beim Nasdaq-Index bislang die Zeichen auf einem weiteren Wochenverlust. Dies könnte die zweite schwache Woche in Folge für den technologielastigen Index bedeuten.
Die anfängliche Euphorie über das Ende des US-Government-Shutdowns verflog schnell. Jürgen Molnar, Kapitalmarktstratege bei Robomarkets, berichtete von nachlassenden Hoffnungen auf eine erneute Zinssenkung durch die Fed, da diese Wahrscheinlichkeit nun unter 50 Prozent gefallen ist. Die Konjunkturdaten, die bald veröffentlicht werden, könnten die Märkte weiter in Atem halten. Ulrich Kater von der Dekabank beobachtete eine Rotation vom Technologie- in den defensiven Sektor.
Von den größten Technologiewerten profitierte anfangs keiner, aber mit der Nasdaq-Erholung konnten fast alle zulegen. Alphabet blieb jedoch mit einem Minus von 0,1 Prozent zurück. Bei Applied Materials reduzierte sich ein anfänglicher Kursrutsch auf ein Minus von ebenfalls 0,1 Prozent. Das Unternehmen sprach von einem Umsatzrückgang und gab für das kommende Jahr keinen optimistischeren Ausblick. Diese Gelegenheit nutzte die DZ Bank, um ihre Kaufempfehlung zurückzunehmen.
Aufregung im Dow verursachte Walmart mit der Ankündigung eines Führungswechsels. Vorstandswechsel und der Abschied von Doug McMillon ließen die Aktie um 1,4 Prozent fallen, während die Titel von Merck & Co nach zögerlichem Beginn um 0,9 Prozent stiegen. Für das Unternehmen steht eine Übernahme von Cidara Therapeutics an, bei der pro Aktie ein Preis geboten wird, der mehr als doppelt so hoch ist wie der Vortagesschlusskurs.
Bei Stubhub schrumpfte der Börsenjubel nach einem dramatischen Kursverfall von 24 Prozent nach dem enttäuschenden Ausblick. Die Bank of America zog daraufhin ihre Kaufempfehlung zurück. Dagegen legten die Aktien von Warner Bros. Discovery um fast drei Prozent zu, da laut Insidern Offerten von Paramount, Comcast und Netflix erwartet werden.

