Börsen-Rhythmus: Deutsche Märkte trotzen globalen Unsicherheiten - Puma sprintet, Lufthansa sinkt
Die deutschen Aktienmärkte zeigten sich am Dienstag von ihrer robusten Seite, obwohl in den USA die Gefahr eines "Shutdowns" der Regierung drohte. Trotz eines schwankenden Handelstags festigte sich der Dax um 0,57 Prozent und schloss bei 23.880,72 Punkten. Im bisherigen Jahresvergleich ist der Index beachtliche 20 Prozent im Plus, obwohl er im September und über das gesamte dritte Quartal kaum Veränderung verzeichnete. Der MDax legte ebenfalls zu und gewann 0,50 Prozent.
Die positive Stimmung zog sich auch durch die europäischen Märkte, mit einem Anstieg des EuroStoxx 50 um 0,4 Prozent. In London und Zürich konnten ebenfalls Kursgewinne verbucht werden. Im Gegensatz dazu blieben die amerikanischen Märkte bis zum Ende des europäischen Handels leicht im Minus, beeinflusst durch die Unsicherheit über die Veröffentlichung wirtschaftlicher Daten im Falle eines Shutdowns. Blerina Uruci von T. Rowe Price wies auf mögliche Auswirkungen auf die US-Notenbank hin.
Historisch ist der Abwendung eines Shutdowns oft im letzten Moment geglückt, wie Jochen Stanzl von CMC Markets erinnert. Doch Investoren, die auf Nummer sicher gehen wollen, wenden sich dem Gold zu, das am Dienstag erneut auf Rekordjagd war. Die UBS blieb gelassen und verwies auf die mangelnde Dauerhaftigkeit vergangener Shutdowns auf die Märkte.
Eintrübende Inflationsdaten aus Deutschland brachten zwar Spekulationen über Zinssenkungen ins Stocken, hatten jedoch kaum Einfluss auf die Marktaktivität. Im deutschen Aktienumfeld fiel Hornbach Holding durch einen Rückgang von 5 Prozent auf, ein Tribut an gestiegene Personalkosten trotz Umsatzsteigerung. Lufthansa büßte mit einem Minus von 7,1 Prozent die Gewinne der Vorwoche ein, bevor die Nachricht über die Streikbereitschaft der Piloten publik wurde.
Positiv überraschten Puma mit einem Aufschwung um 4,6 Prozent, angeregt durch optimistische Töne seitens der Investmentbank Exane BNP Paribas. Analysten sehen eine spezielle Situation für den Sportwarenhersteller, der trotz Herausforderungen womöglich Übernahmeinteresse auf sich ziehen könnte. Auto1 rundete die positiven Nachrichten mit einem Plus von 2,9 Prozent ab, gestützt durch die Expansion ihrer Aufbereitungskapazitäten in Europa.

