Bitcoin scheitert an der $74.000-Marke: Analyst sieht noch keinen strukturellen Boden

Bitcoin (BTC) erlebte am Freitag eine bemerkenswerte Erholung mit einem Anstieg von 4%, der die führende Kryptowährung dazu brachte, das kritische Widerstandsniveau von $74.000 erneut zu testen. Diese Marke blieb jedoch im letzten Monat ungebrochen.
Trotz dieser Aufwärtsbewegung hat sich der Kurs auf etwa $72.215 zurückgezogen und befindet sich damit am oberen Ende seiner aktuellen Konsolidierungsphase.
Stehen Bitcoin weitere Rückgänge bevor?
Analystin Sunny Mom von CryptoQuant betont, dass Bitcoin trotz dieser Erholungen noch keinen endgültigen Boden gefunden hat. Sie deutet an, dass weitere Kursrückgänge bevorstehen könnten, da aktuelle On-Chain-Daten zeigen, dass der Markt sich in einer bedeutenden "Stresstest"-Phase befindet.
Sunny identifiziert mehrere Schlüsselfaktoren, die auf bevorstehende Herausforderungen für Bitcoin hinweisen. Zunächst verweist sie auf die 6- bis 12-monatige Investorengruppe, die derzeit aufgrund ihres Realized Price (RP), der sich um $100.000 konzentriert, im Minus ist.
Dies bedeutet, dass viele dieser mittelfristigen Anleger Verluste verzeichnen, was weiterhin Druck auf die Preise ausüben könnte, bis sich dieses Ungleichgewicht auflöst.
Sunny hebt auch das MVRV-Verhältnis (Market Value to Realized Value) hervor, das bei 1,2 liegt. Diese Zahl wird allgemein als "DCA (Dollar-Cost Average) Zone" für "smart money" angesehen. Substantielle zyklische Tiefpunkte erfordern jedoch typischerweise, dass das MVRV unter 1,0 liegt, was auf einen Zustand der Kapitulation hinweist.
Darüber hinaus ist die Bedeutung der langfristigen Halter (LTHs) nicht zu unterschätzen. Ein nachhaltiger Preisboden erfordert in der Regel, dass LTHs—also diejenigen, die ihre Positionen seit über zwei Jahren halten—mehr als 20% der Realized Cap ausmachen.
Derzeit machen sie nur etwa 15% aus, was darauf hindeutet, dass dem Markt die robuste strukturelle Unterstützung fehlt, die für eine starke Erholung notwendig ist. Sie skizziert zwei mögliche Wege, wie Bitcoin seinen Boden finden könnte.
Zwei mögliche Wege zum Finden eines echten Bodens
Der erste Weg beinhaltet ein "Black Swan"-Ereignis—einen plötzlichen Crash, der zu erzwungenen Liquidationen unter hochpreisigen Investoren führt. Obwohl schmerzhaft, glaubt Sunny, dass dieses Szenario zu einer schnelleren Etablierung eines soliden Bitcoin-Preisniveaus führen könnte, möglicherweise innerhalb von ein bis zwei Monaten.
Der zweite Weg, genannt "The Great Boring", sieht vor, dass Institutionen ihre Positionen halten und Bitcoin über einen längeren Zeitraum im Bereich von $60.000 bis $80.000 gehandelt wird.
Die Analystin behauptet, dass dies neuen Investitionen ermöglichen würde, sich zu langfristigen Beständen zu entwickeln, was den Weg für einen Bodenbildungsprozess ebnen könnte, der sich bis Ende 2026 oder Anfang 2027 erstreckt.
Obwohl der Markt sich möglicherweise an einem "Value Bottom" befindet, der für langfristiges Dollar-Cost Averaging förderlich ist, deutet Sunnys Analyse darauf hin, dass ein echter "Struktureller Boden" für Bitcoin noch nicht gebildet wurde. Folglich wird eine Volatilität im Bereich von $60.000 bis $70.000 erwartet.

