Bitcoin-Manipulation durch Jane Street? Ex-Wall-Street-Market-Maker sagt Nein

In der aktuellen Debatte um Jane Street auf der Plattform X widerspricht Ari Paul, Gründer von BlockTower und ehemaliger Wall-Street-Market-Maker, entschieden der Theorie, dass Bitcoin durch eine langfristige Unterdrückungskampagne am Kursanstieg gehindert wird. Paul argumentiert, dass der fehlende Kursanstieg von Bitcoin eher durch Verkäufe auf dem Spotmarkt erklärt werden kann.
Paul erklärt, dass Market Maker zwar auf verschiedene Weise das System ausnutzen, aber in liquiden Produkten wie Bitcoin-ETFs die Auswirkungen meist auf "bedeutende, aber kleine Kosten für Verbraucher" beschränkt sind und nicht zu einer dauerhaften Verzerrung des zugrunde liegenden Vermögenswertpreises führen. Er unterscheidet zwischen kurzfristigen Mikrostrukturspielen und der breiteren Behauptung, dass ein Unternehmen Bitcoin daran hindert, höhere Kursniveaus zu erreichen.
Bitcoin-Manipulation? Kleine Bewegungen, schnelle Umkehrungen
Paul beschreibt das Verhalten von Market Makern, die den Preis manipulieren könnten, um Stop-Loss-Orders auszulösen. Dies geschehe jedoch typischerweise innerhalb eines Tages. Ein Vermögenswert wie MSFT oder BTC könnte in einem schwachen Markt um 2% bewegt werden, um Stops auszulösen, aber nach wenigen Sekunden oder Minuten kehre der Preis meist auf das vorherige Niveau zurück. Diese Art der Manipulation unterscheidet sich von einer strukturellen Unterdrückung von Bitcoin über Monate hinweg.
Diese Argumentation steht im Gegensatz zu einer verschwörerischen Erzählung, die online kursiert und erklärt, warum Bitcoin nicht bereits bei $150.000 steht. Paul bestreitet nicht, dass große Wall-Street-Firmen kurzfristige Handelsbedingungen beeinflussen können, lehnt jedoch die stärkere Behauptung ab, dass solche Aktivitäten der zentrale Grund für den breiteren Preisverlauf von Bitcoin sind.
Paul betont, dass der Rückgang von Bitcoin darauf zurückzuführen ist, dass "OGs Zehntausende von Coins verkauft haben und nicht genug Käufer vorhanden waren." Diese Ansicht teilt auch der bekannte On-Chain-Analyst James Check, der argumentiert, dass "Jane Street den Bitcoin-Preis nicht unterdrückt hat" und dass "HODLer" durch den Verkauf großer Mengen von Spot-Bitcoin den Preis beeinflusst haben.
Paul räumt ein, dass es seltene Fälle gibt, in denen Wall Street einen Vermögenswert über einen längeren Zeitraum in großem Umfang manipuliert, aber solche Fälle seien selten, da sie riskant und schwerer profitabel zu gestalten seien, als viele annehmen.
Der aktuelle Streit um Jane Street erhielt neue Aufmerksamkeit, nachdem der Abwicklungsverwalter von Terraform Labs das Unternehmen vor einem Bundesgericht in Manhattan wegen Insiderhandels im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch von Terra im Jahr 2022 verklagt hatte. Die Klage behauptet, Jane Street habe nicht-öffentliche Informationen genutzt, um einen Handel über 85 Millionen UST auf Curve durchzuführen, der einen Ausverkauf ausgelöst habe. Jane Street hat die Vorwürfe zurückgewiesen und den Fall als opportunistisch bezeichnet.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notierte Bitcoin bei $66.090.

