Bitcoin gerät unter Druck: Verkaufstrend verstärkt sich laut Bitfinex

Ähnlich wie in früheren Bärenmärkten befindet sich Bitcoin (BTC) derzeit in einem langsamen Abwärtstrend. Laut dem aktuellen Bitfinex Alpha-Bericht wird dieses saisonale Muster durch eine nachlassende Nachfrage sowohl im Spot- als auch im institutionellen Bereich verstärkt.
Auch Optionshändler verzichten zunehmend auf Absicherungsgeschäfte, da die implizite Volatilität weiter sinkt und die Derivate auf mehrmonatige Tiefststände fallen. Dies zeigt, dass sie weniger bereit sind, hohe Prämien für Absicherungswetten zu zahlen.
Markt im langsamen Abwärtstrend
Der Bitfinex-Bericht erklärt, dass Verkäufer von Volatilität derzeit die Kontrolle haben, was die Wahrscheinlichkeit großer Kursbewegungen in beide Richtungen verringert. Da das offene Interesse allmählich abnimmt, befindet sich der Bitcoin-Markt in einem langsamen Abwärtstrend, anstatt eines plötzlichen Deleveraging-Ereignisses.
Ein Beweis für die aktuelle Marktlage ist die Bitcoin-Performance im Mai. Die führende digitale Währung verzeichnete zu Beginn des Monats eine Rallye, die sie über $82.000 trieb, endete jedoch niedriger, mit einem Rückgang von 12,5% von ihrem lokalen Höchststand. Bitfinex-Analysten betonten, dass diese Performance eine wachsende Diskrepanz zwischen den breiteren makroökonomischen Bedingungen und dem Kryptomarkt aufzeigt.
Die Entwicklung im Mai deutet darauf hin, dass interne Marktdynamiken die Hauptursache für die Schwäche waren, nicht makroökonomische Bedingungen. Der Übergang von einer Expansionsphase zu Beginn des Monats zu einer Phase der Verteilung zeigt einen Mangel an Überzeugung unter den Marktteilnehmern, nicht verschlechternde externe Faktoren.
Ein klares Zeichen für den Mangel an Überzeugung sind die kumulierten Abflüsse von $3 Milliarden bei Spot-Bitcoin-ETFs in den letzten drei Wochen. Zudem haben nachlassende Spot-Nachfrage, Gewinnmitnahmen von kurzfristigen Inhabern und schwache institutionelle Beteiligung die Säulen, die Bitcoins Erholung zu Beginn des Jahres unterstützten, ausradiert. Diese Dynamik machte den Markt anfälliger für verkaufsgetriebenen Druck, so die Analysten.
Wird der Juni ähnlich negativ enden wie der Mai?
Marktexperten glauben, dass der Juni ähnlich negativ enden könnte wie der Mai, wenn BTC den Mustern früherer Bärenmärkte folgt.
Seit 2013 zeigen saisonale Daten, dass der Mai im Durchschnitt mit einer Rendite von 7,36% und einem Median von über 3,5% endet. Während Bärensaisons in 2018 und 2022 nach negativen Jahresstarts kurze Erholungen verzeichneten, haben geopolitische Spannungen in den letzten zwei Jahren die Dynamik verändert. Im letzten Jahr war es die US-Zollpolitik, in diesem Jahr der Iran-Konflikt. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit eines negativen Endes im Juni.
Allerdings könnte die Prognose für das Ende des Juni falsch sein, wenn der Markt einen starken Anstieg der strukturellen Zuflüsse aus ETFs und institutionellen Produkten erlebt. Eine aggressive Spot-Akkumulation könnte ebenfalls die Dynamik verändern und zu einem positiveren Ergebnis führen.

