Bitcoin angesichts gemischter Inflationsdaten und Trump-Tarifankündigungen unter Druck
Die jüngsten Inflationsdaten aus den USA zeigen einen leichten Anstieg auf 2,7% im August, etwas mehr als der Juli-Wert von 2,6%. Auch die Kerninflation, die schwankungsanfällige Preise wie Lebensmittel und Energie ausklammert, stieg im Vergleich zum Vorjahr um 2,9%. Gleichzeitig erlebte der Bitcoin einen Rückgang, fiel im Laufe des Tages auf ein Tief von 109.000 USD, erholte sich jedoch leicht auf etwa 109.300 USD. In den letzten 24 Stunden verzeichnete die Kryptowährung ein Minus von 1,5% und über die Woche hinweg einen Rückgang um 5,9%, berichtet der Krypto-Preisdatenaggregator CoinGecko.
Der Rückgang kam, obwohl über 1 Milliarde US-Dollar an Krypto-Futures-Kontrakten innerhalb von nur 24 Stunden liquidiert wurden, als die Vermögenspreise weitgehend nachgaben. In den frühen Morgenstunden musste Myriad, ein Vorhersagemarkt, weitere 970 Millionen US-Dollar an Kontrakten schließen, von denen der Großteil auf steigende Preise setzte. Ein besonders großer ETH-USDT Kontrakt im Wert von 19,2 Millionen US-Dollar auf der Singapurer Börse HTX fiel dabei auf.
Donald Trumps jüngste Ankündigung eines neuen Zollpakets könnte ebenfalls die Marktstimmung beeinflusst haben. Ab 1. Oktober sollen 100% Zoll auf Markenmedikamente und 25% auf Schwerlastwagen erhoben werden. Darüber hinaus plant er Tarife von 50% auf Küchenmöbel und 30% auf Polstermöbel. Trump nutzte auch soziale Medien, um den Vorsitzenden der Federal Reserve, Jerome Powell, zu kritisieren, insbesondere hinsichtlich der Zinspolitik.
Bitcoin-Investoren verfolgen die Verbraucherausgaben genau, da diese ein zentraler Indikator für die Inflationsbeurteilung der Federal Open Markets Committee sind. Überraschungen in den Ausgaben können Erwartungen an Zinssätze und Renditenkurven verändern, und haben somit das Potenzial, Volatilität in Aktien, Anleihen, Wechselkursen und Kryptowährungen wie BTC auszulösen.
Das CME FedWatch Tool deutet derzeit auf eine Wahrscheinlichkeit von 87,7% hin, dass die FOMC im kommenden Monat einen weiteren 25-Basispunkte-Schnitt durchführt, ein Rückgang gegenüber der Vorwoche. Die Teilnehmer auf Myriad hingegen sind weniger optimistisch und erwarten mehrheitlich einen weiteren Zinssenkungsschritt.
In einer Rede in Rhode Island zeigte sich Powell gelassener hinsichtlich der Zölle. Er betonte, dass die Auswirkungen der Handelsmaßnahmen auf die Inflation voraussichtlich von kurzer Dauer sein werden und als einmalige Preisanpassung vorübergehen könnten.

