Bitcoin: Ähnlichkeiten mit 30%-Crash, aber unterschiedliche Orderflüsse

Bitcoin-Händler beobachten derzeit eine Chartstruktur, die an das Setup erinnert, das dem rund 30%igen Kursrückgang von Ende Januar bis Anfang Februar vorausging. Mehrere Analysten für Orderflüsse argumentieren jedoch, dass der Vergleich unvollständig ist, da das zugrunde liegende Spot-Orderbuch diesmal wesentlich stärker aussieht.
Wiederholt sich der 30%-Crash bei Bitcoin?
Die Diskussion darüber begann am 24. März, nachdem der Analyst Exitpump (@exitpumpBTC) einen Chart veröffentlichte, der den aktuellen Bereich mit der früheren Abwärtszone vergleicht. Die visuelle Ähnlichkeit ist unverkennbar: In beiden Fällen handelte BTC innerhalb einer definierten Konsolidierung, bevor es in den unteren Bereich der Struktur abrutschte.
In der früheren Episode vom 29. Januar bis 5. Februar führte dieses Muster zu einem scharfen Rückgang um 30% in den niedrigen $60.000-Bereich. Aktuell handelt Bitcoin um die $70.000-Marke, wobei der Preis erneut in einem anfällig wirkenden Bereich liegt.
Exitpumps Hauptargument ist, dass die Ähnlichkeit in der Preisstruktur einen wesentlichen Unterschied in der Liquidität verschleiert. „Ich sehe, dass Leute den aktuellen Spot mit dem vorherigen Bereich vergleichen, und was viele hier übersehen, ist, dass die aggregierten Spot-Orderbücher jetzt viel mehr passive Nachfrage haben als im vorherigen Bereich“, schrieb er. „Ein Rückgang auf niedrige $60.000 ist in Ordnung, akzeptabel, aber ich erwarte keinen größeren Abwärtstrend, solange diese passive Nachfrage besteht.“
Dieser Unterschied ist wichtig, da der von ihm geteilte Chart darauf hindeutet, dass der Markt nicht mit derselben dünnen Gebotsunterstützung in dieses Setup eintritt wie vor dem früheren Einbruch. In seiner Darstellung wies der vorherige Bereich weniger ruhende Gebote und mehr Verkaufsdruck auf. Der aktuelle Bereich zeigt hingegen eine stärkere Nachfrage im Spot-Orderbuch und relativ geringeren Verkaufsdruck, was darauf hindeutet, dass selbst wenn BTC die Tiefststände erneut testet, der Weg zu einem tieferen Trendbruch weniger geradlinig sein könnte.
Exitpump widersprach auch der Vorstellung, dass diese Art von tieferer Spot-Orderbuch-Liquidität leicht manipulierbar sei. Auf die Frage eines Nutzers, ob Spoofing in aggregierten Orderbuchdaten üblich sei, antwortete er: „Tiefere Spot-Orderbücher täuschen nicht, diese Gebote bleiben wochen- oder sogar monatelang bestehen.“ Das ist ein entscheidender Punkt im Kontext des Handels. Wenn die im Buch sichtbare Nachfrage echt und beständig ist, anstatt taktisch und flüchtig, könnte der Markt eine stärkere Absorptionsschicht unter dem Preis haben als während des Rückgangs im Januar-Februar.
Trotzdem ist das kurzfristige Flussbild nicht eindeutig bullisch. In einem separaten Beitrag sagte Exitpump, dass die Orderbücher „bearish geworden“ seien und fügte hinzu, dass „gestern besser war, aber es sieht so aus, als ob der Aufwärtsmomentum nachlässt.“ Er wies auch auf das Risiko der Positionierung hin und sagte, dass der Open Interest RSI nahe einem Extrem sei und „die Chancen auf eine Auflösung von Long-Positionen gestiegen sind.“
Andere Marktbeobachter wiesen aus verschiedenen Blickwinkeln auf dieselbe Verschlechterung hin. Maartunn (@JA_Maartun) bemerkte, dass die Coinbase Premium Gap wieder negativ geworden sei, ein Zeichen dafür, dass die Spot-Nachfrage bei Coinbase hinterherhinkt.
Zords (@ZordXBT) Einschätzung war explizit vorsichtig: „Funding bleibt positiv + Volumen ist rückläufig + Coinbase im tiefroten Bereich. Preislich sieht der Chart so aus, als wolle er fortfahren, aber orderflow-technisch sieht es nach Verteilung aus.“
Er legte dar, was verbessert werden müsste, um die Bewegung überzeugender zu machen: „Vielleicht etwas mehr Volumen + Coinbase im grünen Bereich wäre gut. Eine leicht sinkende Finanzierung wäre das Sahnehäubchen.“
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag der BTC-Kurs bei $71.482.

