Bio-Boom im Fachhandel: Nachfrage steigt wieder
Nachdem viele Verbraucher wegen der hohen Preise im vergangenen Jahr lieber auf herkömmliche Produkte oder günstigere Bioware in Discountern zurückgegriffen haben, wird es nun langsam wieder voller in den Biomärkten. Laut Kathrin Jäckel, Geschäftsführerin des Bundesverbands Naturkost Naturwaren (BNN), zeigt sich der Bio-Fachhandel entgegen vieler Erwartungen robust. Besonders im laufenden zweiten Halbjahr sei die Nachfrage wieder deutlich gestiegen.
Allerdings bleibt abzuwarten, ob die steigenden Umsatzzahlen der zweiten Jahreshälfte die Einbußen des ersten Halbjahres kompensieren können. Die Branche geht bisher von einer Stagnation aus und rechnet allenfalls mit einem leichten Umsatzplus zum Jahresende.
In der ersten Jahreshälfte lagen die Umsätze noch deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Insbesondere im Januar verzeichnete die Branche einen Rückgang von sieben Prozent. Viele Verbraucher griffen dem Verband zufolge nicht mehr in reinen Biomärkten zu, sondern kaufen vermehrt günstigere Bioprodukte in Discountern, wenn überhaupt. Die hohen Preise infolge des Ukrainekriegs hatten den jahrelangen Bioboom vorerst gestoppt.
Seitdem die Inflation in Deutschland wieder nachlässt, entscheiden sich jedoch immer mehr Verbraucher dazu, in Bioläden einzukaufen. Seit Juni verzeichnet der Branchenverband durchgehend steigende Umsatzzahlen im Vergleich zu den jeweiligen Vorjahresmonaten, obwohl die durchschnittliche Anzahl der gekauften Artikel und der durchschnittliche Bonwert, also der Einkaufsbetrag, konstant blieben.
"Jetzt ist die Politik gefordert", so Jäckel weiter. "Sie sollte konkrete Maßnahmen fördern, um das Ziel von 30 Prozent Bio bis 2030 zu erreichen." Gemeint ist das Vorhaben der Bundesregierung, dass bis zum Ende des Jahrzehnts 30 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche in Deutschland ökologisch bewirtschaftet wird. (eulerpool-AFX)

