Binance Research: Sorgen um Quantitative Straffung im Kryptomarkt übertrieben

In den letzten Tagen kam es zu einem massiven Ausverkauf auf den Kryptomärkten, der Bitcoin (BTC) auf den niedrigsten Stand seit November 2024 drückte.
Eine Analyse von Binance Research legt nahe, dass diese Bewegung durch die Nachricht ausgelöst wurde, dass Kevin Warsh als Vorsitzender der Federal Reserve nominiert wurde. Aufgrund seiner historischen Haltung interpretierten die Märkte dies als Zeichen für eine aggressive Liquiditätsverknappung, was zu einer weit verbreiteten Entschuldung führte.
Allerdings deutet Binance Research darauf hin, dass die Reaktion möglicherweise übertrieben ist, da physische Beschränkungen im Finanzsystem eine drastische Reduzierung der Bilanz verhindern könnten.
Liquiditätskrise am Ende der Kette
Der Analyst von Binance, Michael JJ, erklärte, dass die Turbulenzen der letzten Woche klassische Anzeichen eines Liquiditätsengpasses zeigten. Nach enttäuschenden Ergebnissen großer Technologieunternehmen wie Microsoft und steigenden geopolitischen Spannungen löste die Nominierung von Warsh, der für eine Reduzierung der Anleihebestände der Fed bekannt ist, einen Ansturm auf risikoreiche Anlagen aus.
Händler, die mit Margin Calls konfrontiert waren, verkauften ihre liquidesten Vermögenswerte, um Bargeld zu beschaffen, und die Handelsvolumina bei Edelmetallen stiegen auf das Zehnfache des normalen Niveaus, während der US-Dollar stark anstieg. Daten von On-Chain-Technikern zeigen, dass Kryptowährungen als "Ende-der-Liquiditätskette"-Vermögenswerte fungierten, was bedeutet, dass sie zu den ersten gehörten, die verkauft wurden, wenn anderswo Liquidität benötigt wurde.
Als Gold fiel, fiel auch Krypto, aber als das Metall sich erholte, setzten digitale Vermögenswerte ihren Rückgang zusammen mit Aktien fort. Dies bestätigte ihre niedrige Priorität in der Liquiditätshierarchie. In diesem Zeitraum fiel Bitcoin unter mehrere kritische technische Unterstützungen, einschließlich der Kopf-Schulter-Nackenlinie und wichtiger gleitender Durchschnitte, und erreichte ein Intraday-Tief nahe $73.000 am 4. Februar.
Sind die Sorgen um QT übertrieben?
Der Kern des Arguments von Binance Research ist, dass die Märkte das Risiko einer Quantitativen Straffung (QT) unter einer möglichen Warsh-Führung überbewerten. Während seine Vorschläge eine Schrumpfung der Fed-Bilanz vorsehen, skizzierte der Bericht technische Beschränkungen, die eine aggressive Kontraktion physisch erschweren könnten.
Zum Beispiel nähert sich die Reverse-Repo-Fazilität der Fed, ein entscheidender Puffer, ihrem Erschöpfungspunkt. Dies bedeutet, dass zukünftige QT direkt die Bankreserven entziehen würde, was sie möglicherweise unter die regulatorischen Mindestanforderungen drückt und eine Repo-Marktkrise wie 2019 riskiert.
Darüber hinaus erfordert der Bedarf des US-Finanzministeriums, jährlich etwa $2 Billionen neue Schulden auszugeben, einen Käufer. Wenn die Fed durch QT als Nettokäufer zurücktritt, muss der private Sektor das Angebot aufnehmen, was die Märkte belasten könnte.
Die Analyse legt nahe, dass ohne Änderungen der Bankvorschriften, wie z.B. der Befreiung von Staatsanleihen von bestimmten Kapitalquoten, das "Plumbing" des Finanzsystems die von Warsh historisch unterstützte Bilanzverkleinerung nicht unterstützen kann.
Solche regulatorischen Änderungen werden daher als langfristige Möglichkeit angesehen, nicht als unmittelbare Bedrohung.
Der Bericht verwies auch auf die Beilegung des jüngsten US-Regierungsstillstands am 3. Februar als positive Entwicklung, die im jüngsten Marktrummel möglicherweise übersehen wurde. Diese Entwicklung beseitigte eine Quelle kurzfristiger politischer Unsicherheit und ermöglichte es, dass Bundesbehörden bis September 2026 finanziert werden.

