Berliner Stromchaos: Sabotage, Spekulationen und Hilfsangebote
Die Bundesanwaltschaft hat nach einem kürzlichen Brandanschlag auf die Stromversorgung in Berlin die Ermittlungen wegen des Verdachts der verfassungsfeindlichen Sabotage, Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, Brandstiftung und Störung öffentlicher Betriebe übernommen. Dieser Angriff resultierte in dem längsten Stromausfall, den die Hauptstadt seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges erlebt hat. Tausende Berliner sitzen immer noch ohne Strom in kalten Wohnungen oder mussten auf Notquartiere ausweichen. Bereits am Samstag hatte der Stromausfall im Südwesten Berlins etwa 45.000 Haushalte und rund 2.200 Unternehmen lahmgelegt. Trotz intensiver Reparaturarbeiten waren vier Tage später noch etwa 25.000 Haushalte und 1.200 Unternehmen betroffen.
Marco Langner, Vizepräsident der Berliner Polizei, äußerte, dass nach Zeugenaufrufen zahlreiche Hinweise eingegangen seien, von denen acht als vielversprechend gelten. Laut den Behörden und der Politik handelt es sich um einen politisch motivierten Anschlag mit einem Bekennerschreiben, das von der sogenannten Vulkangruppe stammt. Diese Gruppe steht im Verdacht, mehrfach seit 2011 strategisch Infrastruktureinrichtungen in Berlin und Brandenburg angegriffen zu haben. Da sie Namen verschiedener isländischer Vulkane verwenden, vermuten Experten eine ideologische Verbindung zu Naturkatastrophen, die sie inspirieren.
Neben den Ermittlungen, die auch im Bundestag thematisiert werden sollen, gibt es vielfältige Hilfsangebote für die Betroffenen. Die Berliner Bevölkerung erhält Unterstützung durch geöffnete Schwimmbäder, Notstromaggregate der Bundeswehr und die Möglichkeit, in Hotels zu übernachten. Die Berliner Tourismusagentur Visit Berlin übernimmt die Hotelkosten für die Gäste, die dort Zuflucht suchen.
Der Netzbetreiber arbeitet unermüdlich daran, die Stromversorgung wiederherzustellen. Die vorbereitenden Tiefbauarbeiten sind abgeschlossen, und nun geht es an die elektrischen Verbindungsarbeiten. Man zeigt sich optimistisch, dass die Schäden zeitnah behoben werden können und liegt eigenen Angaben zufolge gut im Zeitplan.

