Finanzen

Bafin warnt vor riskanten Immobilienkrediten und Cybergefahr

12. Mai 2026, 10:37 Uhr · Quelle: dpa
Bafin-Präsident Mark Branson
Foto: Arne Dedert/dpa
Bafin-Präsident Mark Branson warnt vor Risiken für Verbraucher am Finanzmarkt.
Der Präsident der Finanzaufsicht Bafin sieht bei jedem siebten Immobiliendarlehen ein erhöhtes Risiko für Banken und Verbraucher. Auch neuartige Cyberattacken mit Hilfe von KI bereiten ihm Sorgen.

Frankfurt/Main (dpa) - Die Finanzaufsicht Bafin warnt vor den Folgen riskanter Immobilienkredite für Verbraucher und Banken. Der Anteil von gering besicherten Krediten für Wohnimmobilien im Neugeschäft von Geldhäusern sei vergleichsweise hoch, sagte der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), Mark Branson, in Frankfurt. 

Im vierten Quartal 2025 habe bei jedem siebten Neukredit das Darlehensvolumen den Wert der finanzierten Wohnimmobilie überstiegen. «Das sehen wir kritisch», erklärte Branson. Denn diese Kredite hätten ein erhöhtes Verlustpotenzial für Banken und könnten für Verbraucher problematisch sein, etwa wenn sie wegen Krankheit oder Jobverlust ihre Rate nicht mehr bedienen könnten. Maßnahmen der Aufsicht schloss Branson nicht aus: «Die riskanten Neukredite von heute dürfen nicht die Problemkredite von morgen werden.» 

Mit Inflationsängsten um den Iran-Krieg sind die Kreditzinsen gestiegen, zugleich ziehen die Immobilienpreise an. Im März hatte das Geschäft mit Baufinanzierungen von Banken kräftig zugelegt, da viele Verbraucher sich schnell noch akzeptable Konditionen sichern wollten. 

Generell vergrößere die Unsicherheit der Weltpolitik und der Druck auf die Konjunktur die Risiken in der Finanzbranche, schrieb die Bafin. «Sie haben zudem spürbare Auswirkungen auf die breite Bevölkerung in Deutschland: Steigende Preise und verteuerte Kredite machen sich in den Geldbörsen der Menschen bemerkbar.» 

Warnung vor Cyberattacken mit KI 

Zudem warnte Branson vor einer wachsenden Bedrohung durch Cyberrisiken. Die Zahl der Angriffe steige und immer öfter nutzten die Angreifer Künstliche Intelligenz. «Die neuen KI-Anwendungen können viele Schwachstellen in den IT-Systemen finden und sogar ausnutzen. Und das sehr schnell», sagte Branson. 

Unternehmen müssten sich darauf einstellen, dass die Zahl potenzieller Angriffspunkte steigen werde. «Und diese Schwachstellen müssen sie viel schneller schließen.» Die Bafin verstärke daher ihre Aufsicht über Cyber-Risiken mit zusätzlichen Ressourcen für die Prüfung bei Finanzunternehmen. 

Erst am Montag hatte das Bundesfinanzministerium vor Risiken durch neuartige KI-Modelle wie «Claude Mythos» gewarnt. Sie bedeuteten eine Verschärfung der Cyber-Bedrohungslage, die sich auf die Finanzstabilität auswirken könne. Die Software «Claude Mythos» der US-Firma Anthropic ist ein KI-Programm, das Betriebssysteme, Webbrowser und andere Software automatisiert nach Schwachstellen durchsucht. Zugleich liefert sie quasi als Bauanleitung die passenden digitalen Angriffswerkzeuge mit. 

Bislang hält Anthropic die Software unter Verschluss und gewährt nur ausgewählten Organisationen Zugang. In den falschen Händen wäre «Mythos» eine gefährliche Cyberwaffe. Auch Bundesbank-Präsident Joachim Nagel hatte kürzlich vor Risiken durch den Einsatz von KI für die Finanzbranche gewarnt und dabei Bezug auf die Software genommen.

Finanzen / Immobilien / Bank / Bafin / Cyberattacken / KI / Deutschland
12.05.2026 · 10:37 Uhr
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