Belarus drängt auf Nutzung digitaler Assets zur Entschärfung westlicher Sanktionen
Präsident Alexander Lukaschenko von Belarus hat die Banken des Landes zu einer verstärkten Nutzung digitaler Währungen aufgefordert, um den Auswirkungen westlicher Sanktionen entgegenzuwirken. In einem Treffen mit der Nationalbank, an dem auch führende Köpfe der größten Geschäftsbanken des Landes teilnahmen, erklärte Lukaschenko, dass Transaktionen auf Basis von Kryptowährungen eine immer wichtigere Rolle für den Zahlungsverkehr einnehmen. In den ersten sieben Monaten des Jahres summierten sich externe Zahlungen durch Kryptobörsen auf 1,7 Milliarden US-Dollar, wobei man erwartet, dass dieses Volumen bis Dezember auf 3 Milliarden US-Dollar ansteigen könnte. Der Präsident diskutierte zudem die Tokenisierung im Finanzsektor, die helfen könnte, die Rolle von Vermittlern zu reduzieren, Transaktionen durch Smart Contracts zu automatisieren und die Kontrolle der Nutzer über Vermögenswerte zu stärken.
Die Aufforderung zur Ausweitung des digitalen Handels wurde als Antwort auf die Sanktionen und als Mittel zur Aufrechterhaltung externer Zahlungen präsentiert. Lukaschenko betonte dabei, dass es nicht um Digitalisierungswahn gehe, sondern um einen realen ökonomischen Effekt. Währenddessen wächst der Krypto-Sektor in anderen mit Moskau verbündeten Staaten, die ebenfalls unter verschärfter Beobachtung stehen. Russische Einheiten sollen die kyrgisische Krypto-Industrie genutzt haben, um Sanktionen zu umgehen. Berichten zufolge betreiben kyrgisische Plattformen häufig wie Briefkastenfirmen, während ein Gesetz von 2022 das Wachstum des Sektors begünstigt hat. Dieses Wachstum wurde jedoch überwiegend durch die Nachfrage russischer Nutzer und nicht durch Einheimische vorangetrieben.
Die Europäische Union hat seit den umstrittenen Wahlen 2020 umfassende Sanktionen gegen Belarus verhängt. Diese umfassen Reiseverbote, das Einfrieren von Vermögenswerten und weitere finanzielle Einschränkungen und wurden 2022 erweitert, um die Rolle von Belarus im Ukraine-Konflikt zu adressieren. Die Maßnahmen, die bis Februar 2026 verlängert wurden, zielen darauf ab, Gewalt zu reduzieren, politische Gefangene freizulassen und echten Dialog zu fördern.

