be quiet! wagt sich mit Dark Perk Ergo und Sym ins Gaming Maus Segment – und zielt direkt auf die Elite
Der deutsche Hersteller be quiet!, bislang vor allem für flüsterleise Netzteile und Gehäuse bekannt, mischt nun erstmals im umkämpften Gaming-Maus-Markt mit – und das nicht mit halbherzigen Kompromissen, sondern mit einer Ansage. Die beiden Debütanten Dark Perk Ergo und Dark Perk Sym positionieren sich ab dem 3. Februar 2026 als ernstzunehmende Konkurrenz zu etablierten Größen wie Logitech, Razer oder Glorious. Mit einem Kampfgewicht von federleichten 55 Gramm, kabellosem Betrieb für bis zu 110 Stunden und einem hochpräzisen PixArt PAW3950-Sensor will be quiet! vor allem kompetitive Spieler ansprechen, die keinerlei Kompromisse bei Reaktionszeit und Ergonomie dulden. CEO Aaron Licht bringt die Philosophie auf den Punkt: „Wir wollten eine extrem leichte Maus entwickeln, die es Spielern ermöglicht, an der Spitze der Ranglisten mitzuspielen.“ Ob der Einstieg gelingt, hängt davon ab, wie gut die Newcomer gegen die eingeschliffene Konkurrenz bestehen – doch die technischen Daten versprechen zumindest einen spektakulären Kampf.
Zwei Philosophien, eine Technik: Ergo für Rechtshänder, Sym für alle
Be quiet! setzt auf ein smartes Duo: Die Dark Perk Ergo richtet sich mit ihrer ergonomischen, leicht nach rechts geneigten Form gezielt an Rechtshänder, die einen entspannten Palm- oder Claw-Grip bevorzugen. Die anatomische Formgebung soll selbst nach stundenlangen Sessions Ermüdungserscheinungen minimieren – ein entscheidender Vorteil in Marathon-Ranked-Matches. Die Dark Perk Sym hingegen kommt mit symmetrischem Chassis und bietet somit Linkshändern endlich gleichberechtigten Zugang zu High-End-Gaming-Hardware, was im Markt noch immer selten ist. Beide Modelle teilen sich dieselbe Premium-Innenausstattung: Der PixArt PAW3950-Sensor mit bis zu 32.000 DPI und 8.000 Hz Abtastrate liefert pixelgenaue Präzision, während Omron D2FP-FN2-Switches für leises, aber reaktionsschnelles Klickverhalten sorgen. Besonders bemerkenswert: Trotz kabellosem Betrieb bleibt die 8.000-Hz-Polling-Rate erhalten – eine technische Meisterleistung, die viele Konkurrenten nur im kabelgebundenen Modus bieten.
110 Stunden Akkulaufzeit: Das Ende der Ladekabel-Paranoia
Eines der hartnäckigsten Probleme kabelloser Gaming-Mäuse ist die Akkulaufzeit – oder besser: die permanente Angst, mitten im entscheidenden Clutch ohne Strom dazustehen. Be quiet! begegnet dieser Urangst mit einer Ansage: Bis zu 110 Stunden Laufzeit bei 1.000 Hz Polling-Rate. Selbst bei intensiver Nutzung bedeutet das Wochen ohne Steckdose. Möglich macht das der Nordic nRF54H20-Mikrocontroller, der Energieeffizienz auf ein neues Level hebt. Natürlich sinkt die Laufzeit bei höheren Polling-Raten, doch selbst bei 8.000 Hz dürfte die Maus locker mehrere intensive Gaming-Tage durchhalten. Das beiliegende 1,8 Meter lange geflochtene USB-A-zu-USB-C-Kabel ermöglicht kabelgebundenes Spielen während des Ladens – eine Selbstverständlichkeit, die manche Hersteller jedoch sträflich vernachlässigen.
Software ohne Ballast: IO Center Web funktioniert sogar auf Linux
Ein cleverer Schachzug von be quiet! ist die Kompatibilität mit IO Center Web, einer browserbasierten Konfigurationslösung. Statt Windows-Nutzer zu zwingen, aufgeblähte Software zu installieren, erlaubt die Web-App die Anpassung sämtlicher Parameter – DPI-Stufen, Polling-Rate, RGB-Beleuchtung, Tastenbelegung – direkt im Browser. Und das Beste: Sie funktioniert nicht nur unter Windows, sondern auch auf macOS, Linux und sogar ChromeOS, sofern ein Chromium-basierter Browser läuft. Profile lassen sich im Onboard-Speicher der Maus hinterlegen, sodass Settings auch ohne Software sofort verfügbar sind. Alle fünf Tasten sind frei programmierbar, wobei ein dedizierter DPI-Schalter den schnellen Wechsel zwischen Sensitivitätsstufen ermöglicht – etwa vom präzisen Sniping zum flotten Flick-Shot.
PTFE-Gleiter und optische Switches: Details entscheiden
Im Wettkampf um Millisekunden zählen auch scheinbare Kleinigkeiten. Be quiet! verbaut an der Unterseite 100-prozentige PTFE-Skates mit abgerundeten Kanten – jenes Material, das unter Gamern als „Teflon“ bekannt ist und für nahezu reibungsloses Gleiten sorgt. Die abgerundeten Kanten verhindern, dass sich die Maus an Unebenheiten verhakt. Die optischen Omron-Switches versprechen nicht nur Langlebigkeit (Omron gibt oft 80 Millionen Klicks als Lebensdauer an), sondern auch minimale Latenz, da das Auslösen per Lichtschranke erfolgt statt über mechanische Kontakte. Das macht sie zudem immun gegen Doppelklick-Probleme, die mechanische Switches nach Jahren plagen können.
109,90 Euro: Angriff auf die Mittelklasse-Elite
Mit einem Straßenpreis von 109,90 Euro ab dem 3. Februar positioniert sich be quiet! im gehobenen Mittelfeld – deutlich günstiger als Flaggschiffe von Logitech (G Pro X Superlight 2 kostet oft über 150 Euro), aber teurer als Budget-Optionen. Für diesen Preis bekommst du hochwertige Komponenten, kabellosen Betrieb ohne Kompromisse und ein ultraleichtes Design. Ob das reicht, um etablierte Marken zu verdrängen, hängt von der Langzeitperformance ab – und davon, wie gut be quiet! sein wachsendes Peripherie-Ökosystem vermarktet.
Einstieg in ein größeres Universum
Die Dark-Perk-Mäuse sind Teil einer umfassenderen Strategie: Be quiet! erweitert sein Portfolio über klassische PC-Komponenten hinaus. Auf der CES 2026 zeigte der Hersteller neben den Mäusen auch neue AIO-Wasserkühler und Netzteile. Die Integration in ein kohärentes Ökosystem könnte langfristig zum Verkaufsargument werden – etwa, wenn sich Beleuchtung und Profile über alle Geräte hinweg synchronisieren lassen.


