Bayer im Aufwind: US Supreme Court bringt Bewegung in Glyphosat-Streit
Die Bayer-Aktien erlebten einen signifikanten Kurssprung, nachdem positive Nachrichten aus den USA bekannt wurden. Der US Supreme Court hat sich bereit erklärt, den Glyphosat-Fall 'Durnell' zu prüfen. Dies ist ein lang erwarteter Schritt, der unter den Anlegern seit Dezember 2025 für Hoffnung sorgt. Der Entscheidung wird Signalwirkung für rund 67.000 ähnliche Fälle zugesprochen, die bereits in einem Quartalsbericht mit einer Rückstellung von 6,5 Milliarden Euro berücksichtigt wurden.
Bayer strebt an, Klarheit zu schaffen, ob bundesrechtliche Warnhinweise bei der Vermarktung ihrer Unkrautvernichter Vorrang vor landesrechtlichen Bestimmungen haben. Die Aktien des Unternehmens reagierten enthusiastisch und stiegen zwischenzeitlich um mehr als acht Prozent, wobei die 45-Euro-Marke kurzzeitig fast erreicht wurde. Bereits Anfang Dezember führte die Unterstützung durch den Solicitor General der US-Regierung zu einem Kursplus von 15 Prozent, als die Aktien zum ersten Mal seit 2024 über 35 Euro notierten. Diese erfreuliche Entwicklung führte zu einer beeindruckenden Erholungsrally.
Seit der Übernahme von Monsanto im Jahr 2018, die das Unternehmen in rechtliche Auseinandersetzungen um angebliche Krebsrisiken verwickelt hat, war Bayer stark unter Druck. Diese Konflikte haben bereits hohe finanzielle Schäden verursacht und den Aktienkurs erheblich belastet.
Analysten zeigen sich optimistisch. So erhöhte Sachin Jain von der Bank of America sein Kursziel auf 55 Euro, wobei er die Chance auf einen positiven Gerichtsentscheid bei 70 Prozent sieht. Diese Entwicklung markiert einen erheblichen Fortschritt in der Behandlung des Glyphosat-Streits, auch wenn noch weitere Schritte erforderlich sind.
Matthew Weston von der UBS bleibt hingegen zurückhaltender. Die Annahme des Falls durch den Supreme Court sei eine absehbare Entscheidung. Selbst eine für Bayer vorteilhafte Entscheidung würde die juristischen Auseinandersetzungen jedoch nicht gänzlich beenden. Weston spekuliert, dass es im Vorfeld eines möglichen Urteils im kommenden Juni zu außergerichtlichen Einigungen kommen könnte.

