Bayer-Aktien: Nervöse Märkte reagieren auf Glyphosat-Entwicklung

Die Begeisterung der Bayer-Anteilseigner über den angekündigten Vergleich im US-amerikanischen Glyphosat-Streit ebbte schnell ab. Nach einem bemerkenswerten Kursanstieg am Vortag erlitten die Aktien am Mittwoch einen Rückschlag. Mit einem beachtlichen Minus von knapp 9 Prozent und einem Kurs von etwa 45 Euro rutschte die Aktie der Leverkusener sogar unter ihre 21-Tage-Linie, nachdem sie tags zuvor erstmalig seit 2023 nahezu die 50-Euro-Marke erreicht hatte.
Die anfängliche Erleichterung war groß, nachdem Bayer einen umfassenden Vergleich für die langwierigen Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten in den USA ankündigte. Branchenexperten erachten dies als wichtigen Fortschritt, um die seit Jahren schwelenden Klagen beizulegen.
Seit Oktober hatten die Bayer-Aktien einen beeindruckenden Kursanstieg von 85 Prozent bis Dienstagabend verzeichnet, befinden sich jedoch immer noch deutlich unter dem Niveau vor der ersten Niederlage in einem US-Glyphosatprozess im Sommer 2018, als sie noch bei über 93 Euro lagen.
Als weiterer Hoffnungsträger gelten positive Studiendaten zum Blutgerinnungshemmer Asundexian, die auf ein erfolgsversprechendes Milliardenmedikament hindeuten. Ebenso könnte eine mögliche Grundsatzentscheidung des US Supreme Court zugunsten Bayers für anhängige Glyphosat-Klagen die Aktie stärken. Die Unsicherheit über den Ausgang der Entscheidung des höchsten US-Gerichts bleibt jedoch bestehen.
Experten wie Charles Pitman-King von Barclays betonen, dass das Gericht entscheiden muss, ob Bundesvorgaben bezüglich der Warnhinweise beim Verkauf von Unkrautvernichtern über den Gesetzen einzelner Bundesstaaten stehen. Eine Entscheidung zugunsten Bayers könnte Auswirkungen auf etwa 80 Prozent der laufenden Klagen haben. Analyst Richard Vosser von JPMorgan ergänzt, dass der Erfolg des angestrebten Vergleichs von der Zustimmung einer ausreichenden Anzahl von Klägern abhängt, da der gesamte Deal bei hoher Ablehnung scheitern könnte.

