Supreme Court stärkt Bayer im US-Glyphosat-Konflikt den Rücken
Bayer sieht Licht am Ende des Tunnels im milliardenschweren Glyphosat-Rechtsstreit in den USA, nachdem der Supreme Court sich bereit erklärt hat, den Fall 'Durnell' zu prüfen. Im Kern geht es um die Frage, ob das Bundesrecht zu Kennzeichnungsvorgaben über den Gesetzen einzelner Bundesstaaten steht. Bayer argumentiert, dass das Fehlen von Gesundheitswarnungen auf Grundlage der US-Umweltbehörde EPA berechtigt ist, da keine Gesundheitsrisiken durch das Produkt festzustellen seien.
Die Entscheidung des Supreme Courts sorgte für Aufwind an der Börse. Die Bayer-Aktie stieg auf der Handelsplattform Tradegate um vier Prozent. Vorstandsvorsitzender Bill Anderson begrüßte den Schritt und hob hervor, dass regulatorische Klarheit sowohl für Landwirte als auch den Konzern von großer Bedeutung sei. Der Fall wurde ursprünglich in St. Louis verhandelt, wo Geschworene Bayer zur Zahlung einer hohen Entschädigung verurteilt hatten.
Mit Unterstützung des Solicitor General strebt Bayer nun ein Grundsatzurteil an, um die Vielzahl der anhängigen Rechtsstreitigkeiten zu minimieren. Der Konzern war in den vergangenen Jahren mit einer Flut von Klagen konfrontiert, nachdem Glyphosat als krebserregend eingestuft wurde. Bayers Strategie umfasst sowohl gerichtliche Vergleiche als auch verstärkte Lobbyarbeit, um rechtliche Klarheit zu schaffen. Bayer hob zudem Rückstellungen an, um sich auf mögliche finanzielle Verpflichtungen vorzubereiten.
CEO Anderson hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2026 eine signifikante Reduzierung der rechtlichen Herausforderungen zu erreichen. Seit der Übernahme von Monsanto im Jahr 2018 lasten die Klagen wie ein Damoklesschwert über dem Leverkusener Konzern. Doch eine nennenswerte Erholung der Aktie ist seit April 2024 erkennbar. Der Supreme Court könnte nun bis Juni eine Entscheidung fällen, die wesentlich zur Entlastung beitragen könnte.

