Bauwirtschaft: Sicherer, aber nicht sorgenfrei
Der Bau bleibt ein herausforderndes Terrain, denn im vergangenen Jahr sind 78 Menschen bei Arbeitsunfällen auf deutschen Baustellen ums Leben gekommen. Diese Zahl liegt leicht über der des Vorjahres, berichten Experten der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft. Häufigste Ursachen für die tödlichen Zwischenfälle sind Abstürze, das Herabfallen von Teilen und Unfälle mit Maschinen.
Frank Werner von der BG Bau betont, dass fatale Unfälle meist auf schwerwiegende Regelverstöße zurückzuführen sind. Dennoch zeigt der langfristige Trend eine erfreuliche Entwicklung: Vor einem Jahrzehnt zählte man mehr als 100 solcher Vorfälle. Trotz dieser Fortschritte bleibt der Bau eine von Unfällen stärker betroffene Branche. Immerhin sank die Gesamtzahl der Vorfälle im Vergleich zum Vorjahr deutlich.
Obwohl die Berufsgenossenschaft Erfolg im Senken von Unfallzahlen verbucht, steigen Verdachtsanzeigen auf Berufskrankheiten. Diese Entwicklung wird mit der alternden Gesellschaft und einem gestiegenen Gesundheitsbewusstsein der jüngeren Arbeitnehmer erklärt. Dennoch führt nicht jede Anzeige zur Anerkennung einer Berufskrankheit.
Die sonnenintensiven Sommermonate stellen Bauarbeiter vor zusätzliche Herausforderungen, da sie oft direkter Strahlung ausgesetzt sind. Die BG reagiert darauf mit UV-Schutzpaketen für ihre Mitglieder. Wer auf dem Bau arbeitet, nutzt heute zunehmend Schutzmaßnahmen, um gesundheitlichen Risiken vorzubeugen, was einen positiven Kulturwandel in der Branche widerspiegelt.

