Baukrise in den USA: Wohnungsneubau auf Pandemie-Tiefststand
Der amerikanische Wohnungsmarkt steht vor großen Herausforderungen, da das Angebot an verkaufsbereiten Objekten nach wie vor unzureichend ist. Wie das Census Bureau mitteilte, belief sich die Anzahl der Baugenehmigungen im Mai auf eine jährliche Rate von 1,26 Millionen. Dies entspricht einem Rückgang von fast 10 Prozent im Vergleich zum Vormonat und ist der niedrigste Wert seit der Bauverlangsamung zu Beginn der Pandemie im Jahr 2020. Ökonomen hatten mit einem geringeren Rückgang gerechnet, weshalb dieses Ergebnis überraschte.
Heather Long, Chefvolkswirtin der Navy Federal Credit Union, betont, dass die USA dringend mehr Wohnraum benötigen, insbesondere für Erstkäufer. Mit der derzeitigen Bauaktivität sei dieses Ziel allerdings nicht zu erreichen. Long schätzt, dass jährlich 2 Millionen neue Häuser gebaut werden müssten, deutlich mehr als aktuell im Bau sind.
Einfluss auf die Entscheidungen der Bauträger haben auch die zusätzlichen Kosten durch Zölle auf Metalle und Holz. Diese Faktoren führen dazu, dass sich der Bau von neuen Häusern verlangsamt. Priscilla Thiagamoorthy, Senior Economist bei BMO, weist auf die schwierigen Rahmenbedingungen hin: „Der Wohnungsbau steht weiterhin unter starkem Druck durch hohe Rohstoffpreise, hohe Kreditkosten, ansteigenden Lagerbeständen und nun auch noch durch Zölle.“
In dieser Woche berichteten Bauunternehmen über die nachlassende Stimmung bezüglich der Zukunft des Wohnungsmarktes. Dies lässt Ökonomen wenig Hoffnung auf eine baldige Erholung des Marktes. Thiagamoorthy hebt abschließend hervor, dass „die Zahlen darauf hindeuten, dass der Druck auf den Wohnungsbau noch einige Zeit anhalten wird.“

