Battlefield-Film mit Christopher McQuarrie und Michael B. Jordan in Arbeit
Die alte Rivalität zwischen Call of Duty und Battlefield könnte bald nicht mehr nur auf Konsole/PC ausgetragen werden. Laut The Hollywood Reporter wird aktuell ein Battlefield-Film bei Studios und Streamern gepitcht. Christopher McQuarrie (bekannt durch Mission: Impossible) soll schreiben und inszenieren, Michael B. Jordan (Blood & Sinners, Creed, Black Panther) ist als Produzent an Bord und könnte zusätzlich auch vor der Kamera stehen. Einen finalen Abnehmer gibt es laut Bericht noch nicht, aber das Projekt wird bereits mit klarer Kino-Priorität vorgestellt.
Genau das macht die Meldung so spannend. Denn Call of Duty ist im Filmbereich bereits einen Schritt weiter. Paramount hat die Interpretation des Shooters offiziell für den 30. Juni 2028 angekündigt. Regie führt Pete Berg, das Drehbuch stammt von Taylor Sheridan. Damit ist klar: Activision und Paramount wollen den Shooter nicht nur als Spielmarke, sondern als großen Kinostoff positionieren.
Battlefield wirkt plötzlich wie die direkte Antwort
Auch wenn (noch) niemand offiziell von einem direkten Schlagabtausch spricht, liegt die Parallele auf der Hand. Jahrelang standen sich Call of Duty und Battlefield fast automatisch gegenüber, mal enger, mal loser, aber immer im selben Gespräch. Jetzt deutet alles darauf hin, dass diese Rivalität ins Kino überspringen könnte.
Für Battlefield ist dabei vor allem die kreative Besetzung ein echtes Signal. Christopher McQuarrie bringt als Regisseur und Autor nicht nur Action-Erfahrung mit, sondern auch ein gewisses Prestige. Wer zuletzt die Mission: Impossible-Filme gesehen hat, weiß, dass er große Setpieces und militärisch aufgeladene Spannung sauber tragen kann. Gleichzeitig sorgt Michael B. Jordan sofort für mehr Zugkraft, weil der Film damit nicht wie eine generische Spieleverfilmung wie früher von Uwe Boll wirkt, sondern wie ein ernsthaft aufgebautes Hollywood-Paket.

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Das größte Problem ist ausgerechnet die Marke selbst
So aufregend die Meldung klingt, sie bringt auch eine heikle Frage mit sich: Was genau ist Battlefield als Film eigentlich? Anders als Call of Duty verfügt Battlefield nicht über eine einzige ikonische Film-Vorlage oder einen zentralen Helden, der sofort als Kinoaufhänger taugt. Ein riskanter Plan? Battlefield ist als Marke riesig, aber nicht automatisch so narrativ greifbar wie etwa Modern Warfare.
Und genau hier entscheidet sich am Ende alles. Wenn der Film nur wie ein weiterer Militär-Actionstreifen aussieht, dann bleibt vom Namen Battlefield schnell nur Marketing übrig. Wenn McQuarrie und Jordan dem Stoff aber eine eigene Identität geben, könnte daraus etwas viel Größeres entstehen. The Guardian nennt das Projekt schon jetzt eines der auffälligeren neuen Video-Game-Filmvorhaben in Hollywood, gerade weil es mit einem ungewöhnlich starken Kreativteam antritt.
Das Timing ist kein Zufall
Dass solche Projekte jetzt gleichzeitig Fahrt aufnehmen, passt perfekt in die aktuelle Lage der Branche. Nach dem Erfolg großer Videospiel-Adaptionen versuchen Studios erkennbar, weitere große Marken auf die Leinwand zu heben. Battlefield und Call of Duty stehen also nicht nur in Rivalität zueinander, sondern profitieren auch beide davon, dass Hollywood gerade deutlich offener auf Gaming-Marken blickt.
Während Call of Duty seinen Starttermin bereits sicher hat, steckt Battlefield noch in der Pitch-Phase. Das heißt: Das Projekt ist real genug, um ernst genommen zu werden, aber noch längst nicht so weit, dass man schon über einen konkreten Kinotermin sprechen könnte.


